„Beim Abbruch des alten Hasenbräu-Kamins wurde höchst dilettantisch gearbeitet.“ Diese Kritik übt ein Kenner der Branche, Werner Luff aus Dasing. Mit seiner Firma führt er seit Jahren Industrieabbrüche im Augsburger Raum durch.
Luft betont, dass sein Unternehmen an dem umstrittenen Abriss nicht beteiligt war. Er war aber als Augenzeuge vor Ort, als Arbeiter der Münchner Firma Royaltec den 78 Meter hohen Schlot auf dem alten Brauereigelände nahe der Maximilianstraße abzureißen begannen. Wie berichtet, breitete sich eine schwarze Staubwolke im Viertel aus. Nachbarn reagierten alarmiert. Die Stadt verhängte daraufhin einen Baustopp, bis geklärt ist, ob schädliche Substanzen frei wurden.
Für Luff steht unterdessen fest: Es wurde nicht fachmännisch gearbeitet, als man den Kamin von Hand abtrug. Normalerweise werde zuerst unten ein Loch in den Schornstein gebohrt, dann das Abbruchmaterial oben bewässert und nach innen durch den Schlot entsorgt, erklärt er. Beim Hasenbräu-Kamin sei es aber zunächst versäumt worden, dieses Loch zu schlagen. Als ein Propfen im Schornstein entstand, hätten die Arbeiter das Material trocken nach außen zu Boden geworfen. „Das war nicht fachmännisch“, sagt Luff.
Milka Maksimovic von der Firma Royaltec wollte sich gestern auf AZ-Anfrage nicht zu den Vorwürfen äußern. Beim Grundeigentümer und Auftraggeber, der Münchner Inselkammer-Gruppe, hatte es am Mittwoch geheißen, der Abbruch sei „ordnungsgemäß gelaufen“, auch wenn es Probleme gegeben habe.
Werner Luff soll mit seiner Firma nun aber den zweiten Teil des umstrittenen Kaminabbruchs übernehmen. Er will am Montag zusammen mit dem Bauherren ein Konzept bei der Stadt vorlegen. Danach soll zunächst der Propfen im Kamin herausgespült werden. Dann wird der Schlot noch drei Meter per Hand abgetragen. Anschließend kommt ein Bagger zum Einsatz. „Wir arbeiten ordentlich“, verspricht Luff. Und er sagt auch: „Der Ärger der Anwohner wegen der Staubwolke war berechtigt.“