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Studentenleben

02.07.2019

Ihre Musik ist wie ein Urknall

Sie sind die Band: Patrick Oster, Valentin Metzger, Daniel Korger, Luis Rett und Pascal Plangger (von links ) spielen am Mittwoch mit „ The Big Band Theory“ auf der Campuskunst-Bühne an der Hochschule Augsburg.
Bild: Jean-Carl Keller

„ The Big Band Theory“ tritt beim Campuskunst-Abend an der Hochschule auf. Warum eine Theorie zur Entstehung des Universums für die Band eine Rolle spielt

Wie muss man sich „The Big Band Theory“ auf der Bühne vorstellen? Laut? Wild? Valentin Metzger und Pascal Plangger lachen. „Beides“, sagen die Studenten. Sie mögen die Energie, die entsteht, wenn sie gemeinsam mit ihren drei Bandkollegen auftreten. Sie hat auch ein Stück weit mit der berühmten Urknall-Theorie zu tun, die Wissenschaftler am Beginn eines neuen Universums sehen.

„Ich habe selbst meist Gänsehaut auf der Bühne“, sagt Valentin. Welche musikalischen Einflüsse den Stil der Band prägen, was sie den Zuschauern bieten möchten und wie sie die Musik auch ins Studium einbringen können, erzählen die Bachelorstudenten, die am Mittwoch mit ihrer Band bei Campuskunst an der Hochschule Augsburg auftreten.

Der Stil der fünf jungen Männer geht über Jazz und Funk bis hin zu Rock, sie orientieren sich am Funk-Rock der 70er Jahre. Inzwischen haben sie etliche Eigenkompositionen im Repertoire, live spielen sie auch Coversongs. Bei Auftritten sei vieles spontan, vieles improvisiert, erklärt Valentin. Vor allem aber „macht es einfach Spaß“. Und genau darum geht es der Band: „Manchmal wollen die Leute einfach nur ein Glas Wein oder Bier trinken und die Musik genießen“, sagt der 24-Jährige. „Man muss nicht immer alles mit einer politischen Botschaft verbinden.“

Ihre Musik ist wie ein Urknall

Das geht schon allein deshalb schwer, weil sie hauptsächlich Instrumentalstücke spielen. Sie haben keinen Sänger und keine Texte. Eine klare politische Meinung vertreten sie trotzdem. Die könne man ja auch zeigen, indem man bei bestimmten Veranstaltungen auftrete, zum Beispiel für Menschenwürde oder gegen Rassismus. Vorrangig aber sehen sie sich als Unterhaltungsband.

Der Name „The Big Band Theory“ war die Idee von Valentin Metzger, der seit der Gründung der Combo im Jahr 2013 als Trompeter dabei ist. Es sei ein Wortspiel, das in vielerlei Hinsicht passt, findet er: Erstens, weil die ersten Stücke aus einer Musik-Theorie-Prüfung stammen, zweitens wegen der bekannten Urknall-Theorie zur Entstehung des Universums.

Seine Bandkollegen waren zunächst nicht überzeugt, weil aber keiner einen anderen Vorschlag hatte, blieb ihnen der Name. Auch der Titel des aktuellen Albums „Make the World Great Again“ ist mit einem Augenzwinkern zu verstehen. Momentan konzentrieren sie sich auf ihr neues Album, das dritte. Sie peilen eine Veröffentlichung im kommenden Jahr an, wollen sich aber die Zeit lassen, die sie dafür brauchen.

Immerhin sind Schlagzeuger Luis Rett, Gitarrist Patrick Oster und Saxofonist Daniel Korger berufstätig. Und Pascal Plangger, der Bassist, und Valentin Metzger absolvieren derzeit ihr Bachelorstudium. Der 26-jährige Plangger studiert Materialwissenschaften, Metzger Erziehungswissenschaften. Musik und Studium lassen sich gut vereinbaren, finden sie.

Valentin Metzger, rotblonde kinnlange Locken, Bart, dunkel gerahmte Brille, finanziert sein Studium mit Musik und kann davon ganz gut leben. Zum Beispiel gibt er Trompetenunterricht an Schulen. Gerne würde er das Vertiefungsfach Musikpädagogik besuchen, dafür läuft gerade das Auswahlverfahren. Erziehungswissenschaft an Musik zu koppeln, „das wäre das Ziel“, sagt er. Plan A gebe es aber nicht. Er grinst: „Ich mache die Augen zu und schaue, wo ich lande.“ Das sei das Schöne am Alter zwischen 20 und 30 Jahren, dass man viele Türen offenhalten könne, „auf mehreren Hochzeiten tanzen“, sagt er.

Pascal, kurze schwarze Haare, blaues Poloshirt, schwarze Sonnenbrille, überlegt kurz, lacht und sagt, er könne ja vielleicht mal Materialforscher für Instrumente werden, in ferner Zukunft. Es wäre cool, Hobby und Beruf so zu verbinden. Im Labor forschen gefällt ihm. Das macht er bereits als wissenschaftliche Hilfskraft am Fraunhofer-Institut. Professionell Musik machen, das würde den beiden gefallen. Das sei aber ein hartes Leben.

Der Spaß an der Musik bleibt für sie die Hauptsache, egal in welcher Form. Angefangen hat „The Big Band Theory“ als Schulband. Über die Jahre haben sie sich professionalisiert, sind schon in Murnau, Füssen und sogar Bremen aufgetreten. Am Samstag spielten sie beim Tollwood Festival in München. Und ihre Konzerte in der Heimatstadt Augsburg seien auch immer gut besucht. Das hoffen sie auch für das Heimspiel bei Campuskunst an der Hochschule.

Zum ersten Mal sind sie bei dem Event dabei, das bereits 26 Mal stattfand – einmal pro Semester. Seit der Premiere 2006 sind bereits etwa 500 studierende Newcomer dort aufgetreten.

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