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Augsburg: In "Corona-Not": Angestellter hat Überfall am Autobahnsee erfunden

Augsburg

In "Corona-Not": Angestellter hat Überfall am Autobahnsee erfunden

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    Ein Mitarbeiter des "Lauterbachers  am See" hat den Überfall am Autobahnsee erfunden.
    Ein Mitarbeiter des "Lauterbachers am See" hat den Überfall am Autobahnsee erfunden. Foto: Michael Hochgemuth

    Das neue Lokal am Augsburger Autobahnsee "Lauterbacher am See" hat wegen des Lockdowns geschlossen wie alle anderen Restaurants auch. Aber sonntags, wenn Spaziergänger dort unterwegs sind, wird der Kiosk im Bootshaus geöffnet. So auch am 31. Januar. Als ein 41-jähriger Angestellter an jenem Abend den Kiosk dichtgemacht hatte und zu seinem Auto wollte, soll er von zwei unbekannten Männern überfallen worden sein. Sie sollen ihm seine Tasche mit den Tageseinnahmen im vierstelligen Bereich gestohlen haben. So zumindest hatte es das vermeintliche Opfer gegenüber der Polizei angegeben.

    Eine Beschreibung der vermeintlichen Täter lieferte der Mann dazu auch noch ab: Ihre Körpergröße, die Kleidung - beide, so schilderte er es, hätten arabisches Aussehen gehabt. Die Polizei bat danach um Zeugenhinweise. Doch nun hat sich herausgestellt: Der Überfall war komplett erfunden, wie auch die Polizei bestätigt. Im Zuge der Ermittlungen hätten sich Widersprüche und Ungereimtheiten ergeben, sodass die Kriminalpolizei den Angestellten noch einmal vernahm. Dabei machten ihm die Beamten entsprechende Vorhaltungen und belehrten ihn letztendlich wegen Vortäuschens einer Straftat. Der 41-Jährige räumte schließlich laut Polizei ein, dass er sich die Verletzung am Kopf selbst zugefügt und den Raub erfunden hatte. Seine finanzielle Notlage sei wohl sein Motiv gewesen.

    Darum hat der Mitarbeiter den Überfall am Autobahnsee erfunden

    Laut Sebastian Priller, Chef der Brauerei Riegele, die das neu gebaute Wirtshaus am Autobahnsee verpachtet, sei man zutiefst enttäuscht. Bei dem Mann handele es sich um einen langjährigen und eigentlich zuverlässigen Mitarbeiter. Priller sagt auch, dass man gleichzeitig die menschliche Tragödie sehen müsse, die hinter dieser Lüge stecke.

    Der Familienvater, der wie so viele in der Gastrobranche schon länger in Kurzarbeit sei, habe aus Verzweiflung gehandelt und sich die Tageseinnahmen selbst eingesteckt. Es sei erschütternd, wie sich jemand aus Verzweiflung in so eine Situation bringe, meint Priller. Philipp Schaffer, Geschäftsführer des "Lauterbacher am See", spricht von einer Kurzschlusshandlung seines Mitarbeiters, der sogar Betriebsleiter war. Er habe immer großes Vertrauen in ihn gehabt. Doch die Zusammenarbeit sei nach diesem Vorfall nun beendet. Er erklärt: "Die Gastronomie ist nun einmal ein bargeldintensives Geschäft. So ein Vertrauensbruch bleibt hängen."

    Der vermeintliche Überfall hatte den Fokus zudem auf das Thema des unbeleuchteten Parkplatzes am Autobahnsee gelenkt. Wie berichtet, bitten der Geschäftsführer des "Lauterbacher am See" und der Brauerei-Chef schon seit Längerem die Stadt, auf dem öffentlichen Parkplatz in der Nähe der Gastronomie eine Beleuchtung zu installieren. Das sei wichtig für das Sicherheitsgefühl dort. Und das, so betonen Sebastian Priller und Philipp Schaffer, bleibe auf alle Fälle weiter ein wichtiges Thema - auch wenn der Überfall frei erfunden war.

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