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Augsburg

04.11.2019

Influencer aus der Region geben Tipps für Instagram und Youtube

Wie eine Boy-Band, auch wenn sie nicht singen: Unter dem Namen „A-Team“ posten Patrick Bülles, Fabian Franz, Tobias Trawinski und Oliver Torres (von links) Fotos auf Instagram – und verdienen damit Geld.
Bild: Michael Hochgemuth

Wer sich in sozialen Netzwerken wie Instagram und YouTube auskennt, kann dort als Influencer gutes Geld verdienen. Auch einige Augsburger sind dort erfolgreich.

Vor dem Hotel Steigenberger Drei Mohren in der Maximilianstraße steht ein großgewachsener junger Mann und posiert für ein Foto. Die Fotografin kniet auf dem Boden, um die perfekte Perspektive zu finden. Noch schnell den Kragen gerichtet, Fotogesicht aufgesetzt und – Klick. Später wird der Mann ein paar Fotos auswählen, bearbeiten, auf seinem Instagram-Account veröffentlichen und dafür Geld bekommen. Vielleicht von der Firma, die ihm den Mantel gestellt hat, den er trägt.

Das ist Teil des Alltags sogenannter Influencer. Es sind überwiegend junge Menschen, die auf Kanälen wie Instagram, Youtube und Co. Produkte rund um die Themen Lifestyle, Mode, Beauty und Reise präsentieren.

Am Samstag trafen sich etwa 40 davon zum Influencerday 2019. "Das ist eine Art Fachkonferenz", sagt Raimund Seibold. Er ist Geschäftsführer der Social-Media- und Kreativagentur Innoit und Initiator der Veranstaltung. Deshalb ist nur willkommen, wer auch Influencer ist. Als die Veranstaltung beginnt, dauert es nicht lange, bis die ersten Fotos und Videos aus dem Konferenzraum online stehen.

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Milde belächelt, großzügig bezahlt

Wer als Influencer sein Geld verdient, wird von den einen milde belächelt und von anderen großzügig bezahlt. Immer mehr Firmen nutzen die Reichweite der Influencer, um Produkte möglichst wirksam zu bewerben. Auch Ella Liubl, Instagram-Name Ella be kind, kennt die Reaktionen auf ihre Tätigkeit. Die 26-jährige Augsburgerin ist hauptberuflich als Influencerin tätig. "Wer würde nicht gerne mit viel Spaß sein Geld verdienen? Ich glaube, bei vielen, die mich belächeln, spielt Neid eine Rolle", sagt sie. Auf Instagram folgen ihr 230.000 Menschen – und die haben Erwartungen. "Es ist wichtig, dass man weiß, was gerade angesagt ist und was nicht. Da machen viele am Anfang Fehler und haben es dann mit einem Shitstorm zu tun." Eine Freundin habe kürzlich ein Video von ihrem Frühstück gepostet, Obst, Gemüse, alles gesunde Sachen aber eben in Plastik verpackt. "Danach kamen total viele Kommentare, in denen sie dafür angegriffen wurde", sagt Ella.

Ella Liubl
Bild: Michael Hochgemuth

Vor vier Jahren wurde sie auf Instagram aktiv. Davor hatte sie viel Zeit mit Profilen anderer verbracht, dann wollte sie selbst Inhalte produzieren. "Ich habe mir vorgenommen, es zwei Monate auszuprobieren" Ihr Plan: nur Bilder mit einer guten Kamera schießen und jeden Tag posten. Es lief gut, die ersten Firmenanfragen ließen nicht lange auf sich warten. "Irgendwann wird man gefragt, ob man für 200 Euro ein Handtuch vorstellen könnte." Es steckt aber mehr dahinter, als schöne Fotos zu machen und sie online zu stellen. Ella ist viel auf Events unterwegs. Netzwerken ist in ihrer Branche wichtig. Vor Kurzem gründete sie eine Influencer-Agentur. "Ich merke, dass ich viele Kontakte habe, das macht es mir jetzt leichter mit der Agentur."

Das "A-Team" - ein Viererteam für Instagram

Der Berliner Social-Media-Coach Daniel Zoll sprach am Influencerday über seine Erfahrungen mit Plattformen wie Youtube, LinkedIn oder TikTok. Zu seinen Kunden gehören Firmen wie Mercedes Benz, Youtube oder Antenne Bayern. Auch Oliver Torres, Fabian Franz, Patrick Bülles und Tobias Trawinski sind auf diesen Kanälen viel unterwegs. Die vier Augsburger haben beschlossen, auf den Internetplattformen gemeinsame Sache zu machen. Unter dem Namen "A-Team" – A steht für Augsburg – veröffentlichen sie gemeinsame Fotos und Videos. Kennengelernt haben sie sich über Instagram. "Wir sind wie eine Boyband", sagt Oli nicht ganz ernst. Aber es stimmt: Wenn die vier für ein Foto posieren, könnten es auch die Aufnahmen für ein Plattencover sein. Und so abwegig ist der Vergleich auch aus anderen Gründen nicht: Auch in der Instagram-Welt gibt es Fans und viele, die in den Influencern Vorbilder sehen und ihnen nacheifern wollen. Das birgt auch Gefahren.

"Instagram ist eine Scheinwelt", sagt Tobi. "Viele sehen die Bilder von Reisen oder der Mode, die getragen wird, und denken, wir leben in purem Luxus." Und Oli sagt: "Besonders dem jungen Publikum sollte klar sein, dass da über vielem einfach ein Filter liegt und es nicht die Realität ist." Patrick fügt hinzu: "Du zeigst dich auf Instagram eben oft nur von deiner schönsten und besten Seite." Den Bezug zur Realität haben diese vier zumindest nicht verloren. Patrick und Tobi studieren Jura, Oli und Fabi sind Vollzugsbeamte. "Wir haben Lust auf coole Bilder und es ist super, wenn man sich Geld dazu verdient", sagt Tobi. "Aber ich würde nie für etwas werben, hinter dem ich gar nicht stehe."

Lesen Sie dazu auch: Sarah Harrison, Ellabekind und Co.: Das sind die Influencer aus der Region

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