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Interview: Die Uni will weiter wachsen

Interview

Die Uni will weiter wachsen

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    Die Uni will weiter wachsen
    Die Uni will weiter wachsen

    Im Sommersemester 2012, das heute beginnt, wird die Uni Augsburg um mehr als Tausend Studenten schrumpfen. Aber schon im Herbst soll die nächste große Welle von Studienanfängern auf die Uni zurollen, davon geht Präsidentin Sabine Doering-Manteuffel aus. Wir sprachen mit ihr über ihr „erstes Semester“ im Präsidentenamt und ihre Projekte für diesen Sommer.

    Zum Sommersemester kommen nur 222 Studienanfänger, vor einem Jahr waren es noch 1099, macht Ihnen der Rückgang Sorgen?

    Doering-Manteuffel: Nein, dass wir im Sommer weniger Studenten haben als im Winter ist ganz normal. Um diese Zeit werden viele Absolventen fertig und die meisten fangen ihr Studium im Winter an. Wir haben jetzt eine Rückkehr zur Normalität nach dem ersten Ansturm aus dem doppelten Abiturjahrgang.

    Aber wo bleibt der angekündigte Wachstumskurs?

    Doering-Manteuffel: Mit dem nächsten großen Ansturm rechnen wir zum Wintersemester. Nach aktuellen Schätzungen werden wir zwischen 3000 und 4000 Studienanfänger haben, und damit insgesamt bis zu 18 500 Studierende. Das wären noch einmal tausend mehr als im vergangenen Winter. Unser Wachstumskurs wird aus heutiger Sicht bis auf 20 000 Studenten weitergehen. Eine Unbekannte ist noch, ob viele Studenten aus Baden-Württemberg kommen, wo es dieses Jahr den doppelten Abiturjahrgang gibt.

    Rechnen Sie mit neuen Engpässen?

    Doering-Manteuffel: Die jahrelangen Vorbereitungen auf den doppelten Abiturjahrgang mit Raumanmietungen, mehr Personal für die Lehre und mehr Studienberatung haben sich ausgezahlt. Weitere Gebäude werden schrittweise fertig. Sie werden insbesondere die Raumnot in der Philologisch-Historischen und Philosophisch-Sozialwissenschaftlichen Fakultät lindern, aber auch bei Geografen, Juristen, Wirtschaftswissenschaftlern und im Sprachenzentrum. Dafür, dass wir unter schnellem Veränderungsdruck stehen, läuft der Betrieb sehr gelassen.

    Sie haben ein halbes Jahr als Unipräsidentin hinter sich. Was war Ihre überraschendste Erfahrung?

    Doering-Manteuffel: Überraschend war für mich, dass man heute davon ausgeht, dass eine Universität von einem gelernten Manager oder Wirtschaftswissenschaftler geführt wird und nicht von einer Kulturwissenschaftlerin. Es wird sehr oft demonstrativ betont, dass ich Kulturwissenschaftlerin bin.

    Welche Weichen konnten Sie im ersten halben Jahr als Unipräsidentin stellen?

    Doering-Manteuffel: Wir haben schon eine ganze Menge geschafft. Das große Thema des vergangenen Winters war der Abbau von nicht ausgegebenen Studienbeiträgen. Die aktuellen Zahlen zeigen uns, dass wir es schaffen werden, unsere Liquiditätsreserve von sechs Millionen Euro bis zum 30. September auszugeben, wie es vom Wissenschaftsminister vorgegeben wurde.

    An der Uni Augsburg gab es lange sehr viele Studenten pro Professor. Ist das Betreuungsverhältnis nun besser?

    Doering-Manteuffel: Der Freistaat hat uns für den doppelten Abiturjahrgang Stellen aus verschiedenen Paketen zur Verfügung gestellt und auch aus Studienbeiträgen wurden neue Stellen geschaffen. Die Betreuungsrelation hat sich dadurch zwischen 2005 und 2011 trotz des rapiden Anstiegs der Studierendengesamtzahl deutlich verbessert. Von 30 Studenten pro Wissenschaftler beziehungsweise 90 Studenten pro Professor, auf nur noch 18 Studenten pro Wissenschaftler beziehungsweise 78 Studenten pro Professor.

    Was sind die nächsten großen Projekte im Sommer?

    Doering-Manteuffel: Ein großes Thema ist der neue Gesundheitsschwerpunkt an der Uni, den wir in vielen Fächern vernetzt angehen wollen. Ein weiteres Projekt ist das neue „Jakob-Fugger-Zentrum“ zur Internationalisierung der Geistes- und Sozialwissenschaften. Es soll noch in diesem Sommer gegründet werden. Wir wollen Forschungsprojekte mit internationalen Partnern bündeln und Kooperationen mit internationalen Forschungszentren aufbauen.

    Sie haben sich als Präsidentin die „Netzwerk-Universität“ auf die Fahnen geschrieben. Gilt das auch für eine stärkere Zusammenarbeit mit der Hochschule Augsburg?

    Doering-Manteuffel: Es hat immer Kooperationen zwischen einzelnen Lehrstühlen gegeben. Aber mit dem geplanten MRM-Gebäude für Ressourcenmanagement-Forscher wird es zum ersten Mal die Möglichkeit geben, dass Uni und Hochschule gemeinsam an einem Ort im größeren Stil zusammenarbeiten. Interview: Eva Maria Knab

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