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Klinikum Augsburg: „Chef der Chefärzte“ geht nach zwei Jahren

Klinikum Augsburg

„Chef der Chefärzte“ geht nach zwei Jahren

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    Dirk Richter
    Dirk Richter

    Von Stefan Krog

    Es ist ein Konflikt, der hinter den Mauern des Klinikums seit zwei Jahren schwelt: Klinikums-Vorstand Alexander Schmidtke und ein großer Teil der Chefärzte sind sich nicht unbedingt herzlich verbunden, seit Schmidtke seinen Konsolidierungskurs fährt. Nun scheint ein neuer Höhepunkt erreicht: Der Medizinische Direktor Dr. Dirk Richter, der unter Schmidtke kam, wird nach Informationen unserer Zeitung das Haus nach nicht einmal zwei Jahren wieder verlassen. Zuletzt gab es Ärger wegen inzwischen fallen gelassener Pläne, eine mehrmonatige Wiederbesetzungssperre bei Ärzten einzuführen.

    Von den Vorsitzenden des Verwaltungsrats, Landrat Martin Sailer und Oberbürgermeister Kurt Gribl (beide CSU), war gestern keine Stellungnahme zu bekommen. Auch Klinikums-Chef Schmidtke wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

    Richter orientiere sich beruflich neu, ist lediglich zu vernehmen – doch das sagt nichts darüber aus, von wem die absehbare Vertragsauflösung ausgeht und was die Gründe sind. Richter war gestern nicht zu erreichen. Der Verwaltungsrat, ein Gremium aus Stadt- und Kreisräten, tagt kommenden Freitag das nächste Mal. Die Personalie könnte dann auf der Tagesordnung stehen.

    Den Posten des hauptamtlichen Medizinischen Direktors gibt es erst seit Schmidtkes Amtsantritt vor gut zwei Jahren. Richter, der Chirurg und Gesundheitsökonom ist, trat die Stelle dann im August 2010 an. Seine Aufgabe: Die Arbeit der Chefärzte koordinieren und Scharnier zwischen Verwaltung und Medizinern sein. Doch schon im Vorfeld krachte es. Das Ärztliche Direktorium des Hauses bot geschlossen seinen Rücktritt an. Die Garde der Chefärzte sah sich ausgebootet, weil sie bei der Bestellung des Neuen weitgehend Außen vor gelassen wurde.

    Als Richter dann da war, setzte sich der Krach fort. Die Krankenhausleitung wollte vor einem Jahr den Chef der Notaufnahme degradieren, den man geholt hatte, um dort für strafferen Betrieb zu sorgen. Man sei unzufrieden mit den Fortschritten, so Richter damals. Daraufhin erhob sich ein Proteststurm der Chefärzte – am Ende ruderte die Klinikspitze eilig zurück.

    In diesem Frühjahr knallte es schließlich einmal mehr. Vor mehreren Wochen gab es einen – offenbar von fast allen Chefärzten unterschriebenen – Brief an Sailer und Gribl. Die Mediziner klagten über die vielen Berater im Haus. Doch vor allem nahmen sie Pläne für eine mehrmonatige Wiederbesetzungssperre aufs Korn. Offenbar gab es Überlegungen, frei werdende Stellen bei Ärzten und im medizinisch-technischen Bereich für mehrere Monate nicht neu zu besetzen. Die Pflege wäre nicht betroffen gewesen. Ins Fadenkreuz geriet dabei wohl auch Richter, auch wenn eine Entlassungsforderung in dem Brief keinerlei Thema war. Wie es scheint, ist die Wiederbesetzungssperre inzwischen vom Tisch.

    Inwieweit der offenbar anstehende Abschied von Richter und der Brief zusammenhängen, ist unklar. Eine vernünftige Zusammenarbeit dürfte am Ende kaum mehr möglich gewesen sein. Der Posten des Medizinischen Direktors soll wiederbesetzt werden, heißt es. Wer den Job an der Schnittstelle von Medizin und Verwaltungsspitze bekommt, ist unklar. In Erwägung gezogen wird anscheinend auch, dass es ein Kandidat aus dem Kreis der Chefärzte werden könnte.

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