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Kommentar zur Augsburger CSU: Politischer Selbstmord auf Raten

Kommentar zur Augsburger CSU

Politischer Selbstmord auf Raten

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    Alfred Schmidt, Leiter der Augsburger Lokalredaktion.
    Alfred Schmidt, Leiter der Augsburger Lokalredaktion.

    Kurt Gribl, der für die CSU 2008 spektakulär die Oberbürgermeisterwahl gewonnen hat (da war er noch der unbekannte parteilose politische Quereinsteiger), dürfte sich seitdem mehr als einmal gefragt haben, in welcher Partei er eigentlich gelandet ist.

    Diese hat den Wahlerfolg längst verspielt mit ihren öffentlich ausgetragenen Streitereien und Intrigen um Posten, Ämter und Machtfragen. Mit tatkräftiger Hilfe von Horst Seehofer, dem bayerischen CSU-Chef, war im Juli nach wochenlangem Krieg noch mühsam ein Burgfrieden ausgerufen worden. Er hat nicht lange gehalten. Die Lager stehen sich unversöhnlich gegenüber. Die CSU-Rathausfraktion findet nicht mehr zusammen, der Laden ist nicht zu reparieren. Es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, bis er auseinanderbricht. Dem neuen Bezirksvorsitzenden Johannes Hintersberger trauen nur wenige zu, die verfeindeten Lager auf Linie zu bringen.

    OB Gribl aber bleibt keine andere Wahl, als auf diese CSU zu setzen. Daran würde sich auch nichts ändern, wenn die Fraktion durch den Austritt von Stadträten empfindlich geschwächt werden sollte. Der Oberbürgermeister kann es sich nicht leisten, die erbärmlich wirkende Augsburger Partei als Klotz am Bein abzuschütteln, weil er dann von der Landes-CSU abgeschnitten wäre. Als kooptiertes Mitglied in deren Vorstand hat er für die Stadt viel bewegen können. Ministerpräsident Seehofer setzt voll auf den OB, dessen Projekte er stark unterstützt. Fragt sich nur, ob für Gribl und die Augsburger CSU nicht alles umsonst ist, weil sehr viele Wähler von dieser Partei die Nase einfach voll haben.

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