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Augsburg

26.07.2018

Lechsteg zwischen Haunstetten und Kissing ist dem Lech im Weg

Der Lech bei Kissing soll künftig ein breiteres und natürlicheres Flussbett bekommen.
Bild:  Silvio Wyszengrad

Das Wasserwirtschaftsamt warnt davor, mit einer neuen Brücke für Radler bei Kissing die Renaturierung des Lechs zu behindern. Nun entscheidet der Stadtrat.

Radelnde Pendler wünschen sich eine neue Verbindung über den Lech zwischen dem Augsburger Stadtteil Haunstetten und der Gemeinde Kissing. Doch ein neuer Lechsteg bei Kissing würde wohl ein bereits laufendes Großprojekt des Freistaates behindern – die umfangreiche Renaturierung des Lechs im Großraum Augsburg. Davor warnen Fachleute des Wasserwirtschaftsamtes Donauwörth. Die Entscheidung im Stadtrat am Donnerstag könnte damit brisant werden.

In der Stadtratssitzung soll darüber abgestimmt werden, den Brückenneubau für Radler und Fußgänger in das Stadtentwicklungskonzept aufzunehmen. Dieses Papier mit Hunderten von Einzelmaßnahmen schlägt vor, wie sich Augsburg in den kommenden Jahrzehnten entwickeln soll. Wenn der Lechsteg darin aufgenommen wird, steigen die Chancen für eine Realisierung, auch wenn es derzeit noch keine konkreten Planungen für die neue Verbindung gibt.

Im Vorfeld des Stadtratsbeschlusses weisen Fachleute des Wasserwirtschaftsamtes Donauwörth darauf hin, dass der neue Lechsteg den groß angelegten Flussumbau zwischen der Lechstaustufe 23 und dem Augsburger Hochablass behindern könnte. „Wir würden es nicht begrüßen, wenn mit einem Steg für Radfahrer und Fußgänger Fakten geschaffen würden“, sagte der stellvertretende Amtsleiter Bernhard von Roda unserer Zeitung.

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Planungen laufen schon lange

Die Planungen für das Jahrhundertprojekt des Freistaates laufen seit Jahren unter dem Stichwort „Licca liber“ (freier Lech). Ein großes Ziel ist es, den kanalisierten Flusslauf, der für erhebliche Umweltprobleme sorgt, streckenweise zu verbreitern und naturnaher zu gestalten. Auch im Bereich Kissing sei eine Aufweitung des Flussbetts vorgesehen, sagt von Roda. Diese Verbreiterung könne nicht an eine andere Stelle verlegt werden. Licca liber sei in einem umfangreichen Beteiligungsprozess mit der Bevölkerung und den Umlandgemeinden abgestimmt worden. Wenn bei Kissing ein neuer Steg gebaut werde, würden die Planungsspielräume für die Renaturierung des Lechs weiter eingeschränkt, so der Experte. Bei dem Großprojekt gebe es bereits zahlreiche Auflagen zu beachten, etwa den Trinkwasserschutz, Waldschutz und Naturschutz. Auch der Hochwasserschutz für die Bevölkerung muss gesichert sein.

Aktuell laufen die Untersuchungen zu Licca liber ohne den Lechsteg. Konkrete Planungen zur Umsetzung des Flussumbaus will das Wasserwirtschaftsamt bis Anfang 2019 vorstellen. Auf der dann vorliegenden Planungsgrundlage wären aus Sicht des Wasserwirtschaftsamtes allerdings weitere Überlegungen zur Brücke möglich.

Augsburger Naturschützer und Grüne lehnen den neuen Lechsteg bei Kissing ab, weil sie weitreichende Folgen für das an dieser Stelle besonders wertvolle und weitgehend unberührte FFH-Schutzgebiet im Stadtwald befürchten. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub will den Steg, um eine neue Strecke für Berufspendler zu schaffen und damit Autoverkehr zu reduzieren. Auch die Naturschützer im Landkreis Aichach-Friedberg befürworten das Projekt.

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Die Diskussion ist geschlossen.

26.07.2018

Autofahren ist Gewässer- und Naturschutz - fantastisch !

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26.07.2018

Der angedachte und sinnvolle Lechsteg ist dem Projekt Licca liber natürlich nicht im Wege. Man muss sich halt abstimmen und ggf. den Steg entsprechend länger bauen. (Stellt euch doch bitte nicht so an bzw. schiebt nicht Gründe vor, die keine sind)

Und zur Überlegung von Herrn Merkle: Der Steg ergibt nur dann wirklich Sinn, wenn er sich an der Stelle befindet, wo die Verkehrsbeziehungen der Radfahrer liegen. Keiner fährt erstmal 500 m flussab- oder aufwärts und wieder zurück, nur damit die Natur ein wenig geschonter ist.

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