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Leierkasten: Feierliche Musik mit scheinbarer Leichtigkeit

Leierkasten

Feierliche Musik mit scheinbarer Leichtigkeit

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    Zum zehnten Male gab das Augsburger Drehorgel-Orchester sein weihnachtliches Konzert in der St.-Jakobs-Kirche.
    Zum zehnten Male gab das Augsburger Drehorgel-Orchester sein weihnachtliches Konzert in der St.-Jakobs-Kirche. Foto: Foto: Eric Zwang-Eriksson

    Was für einen Organisten, mit Händen und Füßen zugleich werkelnd, bereits zur schweißtreibenden Angelegenheit werden kann, scheint für ein fünfköpfiges Orchester, das in verschiedenen Tempi die Schwungräder dreht, schier unmöglich. Das Augsburger Drehorgel-Orchester aber meisterte in St. Jakob selbst schwierige musikalische Literatur mit scheinbarer Leichtigkeit. Die Kirche war beim 10. Weihnachtskonzert voll besetzt.

    Wie groß die kleinen Drehorgeln klingen können, zeigte Marc Antoine Charpentiers Präludium aus dem „Te Deum“, das den Abend eröffnete. Wirkte die Adaption dieser Komposition noch relativ einfach, ließ sich der vierte Satz Allegro molto aus der Jupitersymphonie von Wolfgang Amadeus Mozart, dessen Orchesterpartitur in reduzierter Form auf die fünf Drehorgeln verteilt war, weitaus komplexer vernehmen. Das geforderte Synchronspiel der fünf lochbandgesteuerten Drehorgeln verlangte, insbesondere mit den bauungleichen Drehorgeln, hohe Konzentration, rhythmusgeschulte Musikalität und genaue Kenntnis des Instrumentes.

    Dem kurbelnden Quintett wich das Lächeln nicht von den Lippen. Souverän zeigten Adalbert Balogh und seine Mitstreiter, was in ihren Leierkästen steckte. Stabspielklänge erweiterten das Spektrum der Drehorgeln bei Dmitri Schostakowitschs „Second Valse“, Trommeln und Becken bauschten Marsch und Tanz aus Peter Tschaikowskis „Der Nussknacker“ zum orchestralen Erlebnis auf.

    Den kleinen Orgeln setzte Heinz Dannenbauer an der großen Walcker-Orgel Johann Sebastian Bachs Orgelchoral „Nun komm, der Heiden Heiland“ und Louis Claude d’Aquins „Noel“ in G-Dur entgegen. Gemeinsam gestalteten große und kleine Orgeln mit Johann Pachelbels „Kanon“ den Höhepunkt.

    Mächtig war die Musik, genauso wie die beiden kurzen Geschichten um das Erlebnis von Christi Geburt, die Pfarrer Friedrich Benning dem Publikum bedächtig vortrug. Das gemeinsame Lied „Oh du fröhliche“ rundete den weihnachtlichen Konzertabend friedvoll ab.

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