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Masters of Rock-Antenne: Ohren auf und durch

Masters of Rock-Antenne

Ohren auf und durch

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    "Könnt ihr mich überhaupt noch hören?" Sänger Tobias Sammet mit seiner Band Edguy war eine der Attraktionen in der Schwabenhalle.
    "Könnt ihr mich überhaupt noch hören?" Sänger Tobias Sammet mit seiner Band Edguy war eine der Attraktionen in der Schwabenhalle. Foto: Michael Hochgemuth

    Schweden sind mutige Leute. Schließlich waren die Wikinger ihre Vorfahren. Einer dieser nordischen Helden ist Jonas Almen. Eigentlich müsste man denken, dass der Gitarrist der schwedischen Band „Royal Republic“ nicht mehr alle Tassen im Schrank hat. Almen wagte es und imitierte eine der größten, lebenden Kultfiguren des Heavy Metal – Lemmy Kilmister von Motörhead. Das kann nur schiefgehen. Doch Almen war gut. Richtig gut. Seine Version von „Ace of Spades“ war atemberaubend. Die über 8000 Rockfans in der Augsburger Schwabenhalle johlten vor Begeisterung. „Royal Republic“ war eine angenehme Überraschung am vergangenen Samstag beim „Masters of Rock-Antenne.“

    Auch ihr Sänger Adam Grahn, der wohl ein halbes Pfund Pomade in den Haaren hatte, legte eine grandiose Show aufs Parkett, wobei die großen Hits wie „Underwear“ oder „Full Steam Spacemachine“ nicht fehlen durften.

    Insgesamt sieben Formationen gaben sich bei diesem Rock-Event die Klinke in die Hand, wobei vor allem die Ingolstädter „Bonfire“, „Edguy“ und „H-Blockx“ dem versierten Publikum schon längere Zeit bekannt waren. Dazu gehörte auch der ehemalige „Survivor“-Sänger Jimi Jamison.

    Auch zu Gast beim Augsburger Presseball

    Jamison ist noch einer der gradlinigen und schnörkellosen Rocker. Der mittlerweile 60-Jährige kann es noch locker mit dem nach vorne drängenden Nachwuchs aufnehmen. Jamison, der auch am 12. November beim Augsburger Presseball gastiert, überzeugt schon allein durch seine gewaltige Stimme. Weltberühmt wurde Jamison durch den Titel „Eye of the Tiger“, den er damals mit seiner Ex-Band „Survivor“ für den amerikanischen Schauspieler Sylvester Stallone und seine „Rocky“-Filme schrieb.

    Aber wie schon erwähnt, der Nachwuchs scharrt schon gewaltig mit den Hufen. Wie „A Life Divided“, die am Samstag die Rolle des Anheizers übernahmen und als erste Band auf die Bühne durften. Vielleicht etwas viel Elektro-Rock, aber dennoch eine recht passable Vorstellung der Tölzer Band, deren Fangemeinde nach dem gelungenen Album „Passenger“ anscheinend immer größer wird.

    Über zu wenige Fans können sich „Bonfire“ nicht beklagen. Das hat vor allem damit zu tun, dass sie noch den guten alten „Hau-drauf-Metal“ spielen. Wahrscheinlich ist für Sänger Claus Lessmann und den Rest seiner Truppe Mitte der 80er Jahre, als sämtliche Friseure dieses Planeten um ihren Arbeitsplatz fürchteten, die Zeit stehen geblieben. Lessmann und seine Kollegen haben wahrscheinlich seither auch nie mehr einen Friseur gesehen. Das macht die Band sympathisch – „Bonfire“ ist ihrer Linie treu geblieben. Und warum experimentieren, wenn das alte Zeug großartig funktioniert?

    Bei „Edguy“ ist das anders. Die wollen noch was werden und schaffen dies aller Voraussicht nach. Die Power-Metal-Band aus Fulda war eine der Attraktionen. Das liegt daran, dass sich „Edguy“ zu einer „echten Hausnummer“ entwickelt haben.Ihreletzte CD„Ageofthe Joker“ mit dem Tophit „Robin Hood“ läuft in einigen Radiostationen rauf und runter. Dass sie bereits als legitime Nachfolger der „Scorpions“ gehandelt werden, kommt zu früh, aber sicher dürfte sein, dass man von „Edguy“ noch viel hören wird.

    Mittelalter-Rock ist nicht jedermanns Sache

    Die leidenschaftlichen Metaler saßen am Ende der Veranstaltung bei „H-Blockx“ und „Schandmaul“ eher vor der Halle. Die „H-Blockx“ konnten sich noch nie entscheiden, ob sie nun Rock, Rap oder Grunge spielen. Letztlich mixt man halt alles zusammen. Spaß macht das wohl vorwiegend nur der Generation, die mit den „H-Blockx“ in den 90er Jahren aufwuchs.

    Und „Schandmaul“? Diese Musik muss man mögen und ist nicht jedermanns Sache. Mittelalter-Rock nennt sich das Ganze. So hört es sich auch an. Ein Titel hieß „Allein auf hoher See“. So mancher hatte sich gewünscht, dass sie dort auch geblieben wären.

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