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Mindelheim: Mindelheims Kampf gegen die Flammen geht weiter

Mindelheim

Mindelheims Kampf gegen die Flammen geht weiter

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    Auch Tage nach dem Großbrand von Mindelheim ist die Feuerwehr im Einsatz.
    Auch Tage nach dem Großbrand von Mindelheim ist die Feuerwehr im Einsatz. Foto: Max Kramer

    Gerade, als alle glauben, der Einsatz neige sich dem Ende zu, geht er wieder von vorne los. Dicke, weiße Rauchwolken steigen aus dem kleinen Anbau auf, von dem eine Treppe in den Keller führt. Dort, wo bis vor Kurzem noch die Silos der Firma Weikmann zusammenliefen, liegt ein Brandherd – einer von so vielen in dem ehemaligen Lagerhaus, das durch den Großbrand am vergangenen Freitag fast vollständig den Flammen zum Opfer fiel.

    Freitag, Samstag und Sonntag ganztägig sowie am Montag zweimal war die Mindelheimer Feuerwehr schon im Einsatz, als Robert Draeger am späten Dienstagvormittag der Anruf von Mitarbeitern der Firma Weikmann erreicht – es ist wieder soweit. Der stellvertretende Kommandant der Mindelheimer Feuerwehr eilt zum Lagerhaus. Dort glimmen und brennen zwei Holzebenen eines hochgeschossigen Anbaus. Sie knistern, angefacht vom Wind. Glut bröckelt auf den Boden. Draeger ruft seine Kameraden.

    Die Mindelheimer Feuerwehr kämpft mit Atemschutz gegen den Brand

    Die sind schon kurz darauf, um 12 Uhr, mit drei Einsatzwägen zur Stelle. Der Einsatz beginnt ganz ohne Hektik. Viel kann in dem Trümmerfeld nicht mehr kaputt gehen, angrenzende Gebäude sind nicht in Gefahr. Über eine unbeschädigte Treppe, die an dem angrenzenden Silobunker fixiert ist, kommen die Feuerwehrmänner direkt an den Brandherd. Sie löschen die kleinen Flammen mithilfe einer festen Steigleitung, die in der Gebäudewand von unten nach oben verläuft. Auch Löschschaum kommt zum Einsatz und rieselt auf die Trümmer am Boden. „Weihnachten im Sommer“, kommentiert ein Feuerwehrmann und lacht.

    Auch über die Drehleiter, die demnächst durch eine neue ersetzt wird, bekämpfen die Feuerwehrmänner den Brand von oben. So lange, bis alles vorbei scheint. Dann raucht es aus dem kleinen Anbau am nördlichen Teil der Anlage. „Vielleicht haben wir gerade einen Nerv getroffen“, sagt Draeger. „Ob das jetzt gut war oder schlecht, wird sich zeigen.“ Der Atemschutz muss anrücken und damit auch der Rettungsdienst. Sicher ist sicher. Bald darauf ist der Rauch aus dem Vorbau verflogen, der Einsatz nach gut zweieinhalb Stunden vorbei.

    Am Abend wollen die Feuerwehrleute aber noch einmal nachschauen, ob alles in Ordnung ist. Sie sind sich darin einig, dass sie mit ihrem Engagement etwas Gutes tun. Einer von ihnen sagt trotzdem, er habe von dem Brand langsam die Schnauze voll. „Weil man keinen Erfolg sieht. Man ist ja schon den vierten Tag hintereinander da und man hat das Gefühl, es rührt sich nichts.“

    Nach dem Brand geht die Kripo von fünf Millionen Euro Schaden aus

    Auch die Polizisten vom Kriminaldauerdienst in Memmingen werden den Brandort Ende der Woche zusammen mit einem Sachverständigen noch einmal in Augenschein nehmen. „Bislang sind wir an die Brandausbruchstelle noch gar nicht richtig hingekommen“, heißt es seitens der Kripo. Allerdings gehe man weiterhin von einem technischen Defekt aus. Anhaltspunkte für eine mögliche Brandstiftung habe man bislang nicht. Auch die Höhe des Sachschadens sei derzeit schwer zu beziffern. Man gehe bisher von rund fünf Millionen Euro aus. Allerdings müsse erst noch der Restwert von Inventar, Getreidegut und der Immobilien ermittelt werden.

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