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Augsburg

13.09.2020

Moria und Klimaschutz: In Augsburg gehen die Protestaktionen weiter

Knapp 300 Personen demonstrierten auf dem Elias-Holl-Platz. „Evakuiert Moria – Wir haben Platz“, lautete das Motto der Kundgebung.
Bild: Peter Fastl

Plus Am Wochenende zogen Klimaschützer in einem Trauermarsch durch die Innenstadt. Bei einer zweiten Kundgebung ging es um das Schicksal von Flüchtlingen.

Es gibt kein Wochenende mehr in Augsburg, an dem nicht demonstriert wird. Die Gegner der Corona-Auflagen machten dieses Mal eine Pause in Augsburg. Eine Abordnung war bei der großen Demo in München dabei. Bei zwei Protestaktionen am Samstag ging es in Augsburg um den Klimaschutz und das Schicksal der Flüchtlinge auf der griechischen Insel Lesbos. Der Trauerzug der Klimaaktivisten durch die Innenstadt sorgte für Aufsehen.

Angekündigt hatte die Aktion die Gruppierung Extinction Rebellion. 30 überwiegend junge Menschen, die alle in Schwarz gekleidet waren, zogen in einem Marsch am Samstagmittag durch die Innenstadt. Ein Sarg wurde getragen. Symbolisch sollte damit das weitere Fortschreiten der Klimakrise dokumentiert werden. Gefordert wurde von den Teilnehmern die sofortige Ausrufung des Klimanotstands für Augsburg.

Bild: Peter Fastl

Einige Stunden später trafen sich deutlich mehr Teilnehmer am Elias-Holl-Platz. Knapp 300 Personen nahmen an einer Kundgebung teil. Sie vereint der Wunsch, dass Deutschland möglichst schnell viele Flüchtlinge des griechischen Elendslagers Moria aufnimmt.

Lager Moria: 300 Teilnehmer bei Kundgebung am Elias-Holl-Platz

Erwartet wird dabei auch, dass sich Augsburg an dieser Hilfsaktion in großem Stil beteiligt. "Evakuiert Moria - Wir haben Platz", lautete das Motto der Veranstaltung. Aufgerufen hatten der Arbeitskreis Lesbos und der Augsburger Flüchtlingsrates. Die Zustände auf der griechischen Insel Lesbos nach dem Brand des Elendslagers in Moria seien unhaltbar.

Maria Möller, als Ärztin für die Medical Volunteers International vor einigen Monaten noch im Lager Moria tätig, beschreibt die Lage seit jeher als untragbar: „Man hätte viel früher schon helfen müssen. Die Menschen im Lager sind unterernährt, psychisch destabilisiert und ohne Perspektive." Jetzt sei Corona hinzugekommen. Das sei ein Desaster mit Ansage gewesen.

Corinna Höckesfeld vom Arbeitskreis Lesbos sagte: .„Europäische Länder feilschen um die Aufnahme weniger Hilfebedürftiger nach einer Brandkatastrophe. Das ist unwürdig." Es bedürfe einer schnellen Katastrophenhilfe, der sofortigen Evakuierung aller Menschen aus dem Elendslager und ein Ende der Blockadehaltung zur kommunalen Flüchtlingsaufnahme.

Kundgebung in Augsburg: Was die Redner fordern

In den Reden wurde betont, dass die Stadt Augsburg den Willen gezeigt habe, Flüchtlinge aus Moria aufzunehmen.  Dies liege aber nicht in der Hand der Stadt. Das Bundesinnenministerium mit Minister Horst Seehofer müsse die Aufnahme zulassen. "Diese Kundgebung ist ein Druckmittel", sagte Grünen-Stadtrat Stefan Wagner. Es seien keine Gutmenschen, die sich jetzt für die Flüchtlinge einsetzen würden: "Vielmehr handelt es sich um eine gesellschaftliche Bewegung."

Die Voraussetzungen zur Aufnahme seien geschaffen, hieß es weiter. „Augsburg hat das Wissen, die Kenntnisse und engagierte Freiwillige für die Flüchtlingsaufnahme“, sagte Gabriele Opas vom Freiwilligenzentrum.

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