Die große Party in der Augsburger Innenstadt fiel am Samstagabend aus: Den enttäuschten Fans der Bayern war nach der Finalniederlage die Lust aufs Feiern gänzlich vergangen. Keine Autokorsos, keine Gesänge – es wurden die Tränen zuhause getrocknet.
„Es blieb alles ruhig, keine besonderen Vorkommnisse“, sagte am Sonntag Dieter Strobel, Leiter der Polizei-Einsatzzentrale. Auch sonst gab es keine nennenswerten Zwischenfälle. Die verstärkte Präsenz der Polizei scheint erfolgreich zu sein.
Die Beamten, die in der Nacht auf Sonntag in der Innenstadt unterwegs waren, hatten es vergleichbar ruhig. SeitKurzem verstärkt die Polizei ihre Präsenz in der Maximilianstraße. Es ist eine Reaktion auf die zunehmenden Exzesse im Nachtleben. Mit Fußballfans gab es in dieser Nacht jedenfalls keinen Ärger.
Tags zuvor sah dies etwas anders aus. Etliche englische Fans von Chelsea London, die sich wegen des Endspiels in Augsburger Hotels einquartiert hatten, zogen durch die Innenstadt. Aus mehreren Kneipen waren lautstarke Gesänge zu vernehmen. Die Fans, die tags darauf nach München fuhren, zeigten sich siegessicher. Im „Sausalitos“ drohte die Stimmung zu kippen. Eine Mitarbeiterin schaltete die Polizei ein, weil sich die anderen Gäste nicht nur belästigt fühlten, sondern auch zu befürchten war, dass Mobiliar zu Bruch gehen könnte. Als 15 Beamten wenig später im Lokal eintrafen, ließ sich die zunächst etwas angespannte Situation schnell beruhigen. Nach einem klärenden Gespräch zogen die knapp 40 Fans von dannen.
Im Gegensatz zu vorangegangenen Nächten, als bis zu 30 Polizisten ihren Dienst verrichteten, war am Wochenende ein eher überschaubares Team im Einsatz. Grund: Die Bereitschaftspolizei, die die Arbeit der Augsburger Kollegen normalerweise unterstützt, wurde andernorts benötigt: Ihr Einsatzgebiet war München wegen der extrem hohen Sicherheitsvorkehrungen rund um das Finale.