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Augsburg

25.08.2018

Neues Projekt: Ein Medienmuseum im Glaspalast

Der Glaspalast im Textilviertel soll zu einem neuen Medienmuseum umgestaltet werden. Diese Botschaft brachte Ministerpräsident Markus Söder mit nach Augsburg.
Bild: Annette Zoepf (Archiv)

Eine neue Bildungseinrichtung in Augsburg soll Konzepte gegen Fake News und Hassdiskussionen im Netz erarbeiten, kündigt Ministerpräsident Markus Söder (CSU) an.

Im Glaspalast soll möglicherweise schon kommendes Jahr eine Außenstelle der Landeszentrale für Politische Bildung einziehen, die Bildungsangebote gegen Fake News und hassgetriebene Diskussionen im Internet erarbeitet und anbietet. Auch eine Art Museum zu digitalen Medien und zur Mediengeschichte soll entstehen. Dies kündigte Ministerpräsident Markus Söder ( CSU) am Samstag bei einem Besuch im Augsburger Rathaus an.

Faktencheck: Neue Einrichtung soll Diskussionen objektiver machen

„Wir erleben eine Spaltung der Gesellschaft und einen Rückgang der Kompromissfähigkeit“, so Söder. Wenn ein Teil der Bevölkerung in Filterblasen in sozialen Netzwerken nur noch das lese, was die eigene Meinung bestätigt, sei keine Diskussion mehr möglich. Zudem gebe es eine Verrohung der Diskussion. „Aus bösen Gedanken werden böse Worte. Der Schritt zu bösen Taten ist kleiner als man denkt.“

Der Staat müsse versuchen, jüngeren Mediennutzern aufzuzeigen, wie sie in der modernen Medienwelt, in der jeder Facebook-Nutzer zur einer Art Journalist werden könne, zu einer fundierten Entscheidungsbasis kommen. Es gehe bei dem Bildungsangebot nicht um die Vermittlung inhaltlicher Vorgaben, betonte Söder. Die neue Einrichtung solle sich auch in Internet-Diskussionen einschalten und etwa durch einen „Faktencheck“ zur Objektivierung beitragen.

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Söder hatte bereits im April in seiner Regierungserklärung angekündigt, dass sich die Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit, die seit Jahrzehnten parteipolitisch neutral über politische Strukturen und Themen informiert und sich vor allem an Schüler richtet, künftig verstärkt das Thema Internet im Auge haben müsse. Vor der Sommerpause wurde das Gesetz im Bildungsausschuss des Landtags einstimmig beschlossen. Offenbar soll das Projekt noch in dieser Legislaturperiode endgültig in trockene Tücher gebracht werden. Als möglicher Eröffnungstermin wird der Oktober 2019, wenn sich die Deutsche Wende zum 30. Mal jährt, angepeilt.

Augsburg bekommt ein "Newseum" nach großem Vorbild

In Augsburg ist geplant, eine Bildungs- und Museumseinrichtung aufzubauen, die nach dem Vorbild des „Newseum“ in Washington (allerdings einige Nummern kleiner) über die Entwicklung digitaler Medien und die Auswirkungen auf Demokratie und Gesellschaft informiert und sie in Zusammenhang setzt mit der Geschichte der Medien. Dazu wird die Sammlung der „Stiftung Deutsches Zeitungsmuseum“ mit eingearbeitet – Sammlerstücke aus 500 Jahren deutscher Pressegeschichte lagern bisher unzugänglich in Augsburg. Wie berichtet ließen sich die Pläne zur Gründung eines Zeitungsmuseums in Augsburg bisher nicht umsetzen.

Vor allem aber sollen die Besucher der Einrichtung erleben, wie moderner Journalismus entsteht, wie Meinungsblasen entstehen und sich auswirken und wie Fake News öffentliche Meinung beeinflussen können. Laut Söder soll die Einrichtung etwa 15 Stellen haben.

Untergebracht werden soll sie in den Räumen, die momentan von den Staatsgemäldesammlungen im Glaspalast genutzt werden. Wie berichtet zieht sich die Staatsgalerie 2019 zurück, weil zu wenig Besucher kamen. Es geht um eine Fläche von etwa 2000 Quadratmetern. Inzwischen gibt es ein Konzept von Stadt Augsburg, Landeszentrale und dem Zeitungsmuseum.

Eintrag ins Goldene Buch: Das ist Söders Botschaft an Augsburg

Söder kündigte das Projekt bei einem Empfang im Rathaus an, bei dem er sich ins Goldene Buch der Stadt eintrug. Seine Botschaft war: „versprochen – gehalten: Metropole – Klinikum – Staatstheater.“ Und als Versprechen in Wahlkampfzeiten fügte er noch an: „Und es kommt noch viel dazu!“ Söder spielte auf die Umwandlung des Klinikums zur Uni-Klinik an, die sein Vorgänger Horst Seehofer per Eintrag ins Goldene Buch verkündet hatte, sowie auf die teilweise Übernahme des Theaters durch den Freistaat und die Einstufung Augsburgs als Metropole im Landesentwicklungsplan.

Söder und sein Parteifreund Oberbürgermeister Kurt Gribl betonten die gute Zusammenarbeit. Seit einigen Jahren wird Augsburg aus München in der Tat regelmäßig mit Gaben versehen, die es unter Gribls Vorgänger Paul Wengert (SPD) so nicht gab. Augsburg habe sich „vom Mahner, der etwas will, zum Macher entwickelt“, so Söder.

Der Wechsel von Seehofer zu Söder als Ministerpräsident sei ein „Meilenstein“ im Verhältnis von Stadt und Freistaat gewesen, so Gribl, der mit Seehofer bekanntermaßen recht gut konnte. Gleichwohl habe das die Dinge nicht auf den Kopf gestellt. „Wir haben Kontinuität“, so Gribl. Söder habe als Finanzminister die Umwandlung des Klinikums zur Uni-Klinik trotz Widerständen in München verlässlich mitbegleitet. Auch die Umwandlung zum Staatstheater sei in „schwindelerregender Geschwindigkeit“ über die Bühne gegangen.

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