1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Schwierige Personalsuche für Klinik-Erweiterung

Augsburg

28.06.2017

Schwierige Personalsuche für Klinik-Erweiterung

Im Westen des Klinikums entsteht gerade dieser Anbau. Der Trakt ist 100 mal 50 Meter groß und kostet rund 110 Millionen Euro.
Bild: Peter Fastl

Der Anbau-West des Klinikum Augsburg ist das größte laufende Projekt an einem bayerischen Krankenhaus. Gestern Abend wurde der Hebauf gefeiert. Werden 2020 genug Schwestern und Pfleger da sein?

Das Klinikum Augsburg wird in den kommenden Jahren wachsen: Im Westen des Krankenhauses entsteht momentan der Anbau-West, der die Größe eines Kreiskrankenhauses hat. Bei dem 100 mal 50 Meter großen Gebäude, das 110 Millionen Euro kostet (davon 100 Millionen gefördert), wurde gestern Abend das Richtfest gefeiert. Es handle sich um das größte laufende Bauvorhaben an einem bayerischen Krankenhaus, so Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). „Mit unseren Bauinvestitionen machen wir das Klinikum fit für die kommenden universitären Aufgaben.“

Aus Patientensicht spielt vor allem eine Rolle, dass das Gebäude mehr Platz für Intensivbetten bieten wird. Momentan hat das Klinikum das Problem, dass die bestehenden 100 Betten nicht ausreichen. Die Folge ist mitunter, dass Patienten nach einem Eingriff früh wieder wegverlegt werden müssen oder planbare Operationen gleich abgesagt werden. Meist muss auf den Stationen nach Tageslage geplant werden. Klinikums-Vorstandschef Alexander Schmidtke sprach in der in der Vergangenheit von einem „Nadelöhr“.

Das neue Gebäude wird 136 Betten im Intensiv- und sogenannten Intermediate-Care-Bereich (das ist eine Vorstufe zur Intensivstation) beherbergen, im Endausbau sind 160 Betten geplant. „Diese Betten werden wir brauchen. Die Patienten werden älter und kränker“, so Ärztlicher Vorstand Prof. Michael Beyer. Hier gut aufgestellt zu sein, werde der „Schlüssel zum Erfolg der medizinischen Fakultät“ sein.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Um die Situation schneller zu verbessern, sollen schon bis 2018 rund 20 Betten zusätzlich geschaffen werden. Auch neues Personal soll stufenweise dazukommen. Doch schon jetzt tut sich das Klinikum schwer, Schwestern und Pfleger zu finden. Susanne Arnold, Vorstand für Pflege, macht den Fachkräftemangel dafür verantwortlich, der inzwischen Süddeutschland erreicht habe. „Das Budget und die Planstellen sind da, aber nicht die Bewerber.“ Schon die Steigerung bis Ende 2018 werde schwierig. Man bemühe sich aber nach Kräften.

Zusätzlich zum Fachkräftemangel sorgt der Restrukturierungskurs, der seit einigen Jahren am Klinikum läuft, für schlechte Stimmung beim Personal. Ein Ende der angespannten Lage ist nicht absehbar. Der Freistaat, der das Haus zum 1. Januar 2019 von Stadt und Landkreis Augsburg übernimmt, hat sich ein „wirtschaftliches Sanierungskonzept“ ausbedungen.

Augsburg Klinikum: 300 Millionen Euro für das Haupthaus

Das Gebäude soll im Oktober 2020 in Betrieb gehen und ist die größte einzelne Maßnahme bei der Generalsanierung, in die mehr als 300 Millionen Euro gesteckt werden. Bisher wurde der OP-Bereich saniert, eine Hubschrauberplattform auf dem Dach gebaut und das Geburts-/Kinderkrankenhaus neu errichtet. In der Zukunft steht noch die Sanierung des 35 Jahre alten Hochhauses, in dem sich die Stationen mit Patientenzimmern befinden, an. Das vierflügelige Gebäude wird entkernt und bekommt eine neue Fassade. Zum Zeitplan schweigt das Klinikum. Zuletzt galt 2025 als Fertigstellungstermin. In jedem Fall wird diese Sanierung erst stattfinden, wenn der Freistaat Herr im Haus ist. Stadt und Landkreis werden sich auch dann noch mit bis zu 65 Millionen Euro an der Generalsanierung beteiligen müssen.

Eine wichtige Voraussetzung für die Sanierung des Haupthauses und für die Neustrukturierung der Intensivmedizin steht seit dem Frühjahr direkt neben dem Anbau-West. Für rund 39 Millionen Euro haben Stadt und Landkreis dort ein Interimsgebäude gebaut, das als Ausweichfläche dient, wenn Stationen vorübergehend wegen Baumaßnahmen verlegt werden müssen. Das Gebäude entstand in einem halben Jahr Bauzeit aus mehr als 150 Betonfertigteilen. Zudem bietet das Interimsgebäude, das seit Mai in Betrieb ist, Platz für die Erweiterung der Notaufnahme, die zuletzt aus allen Nähten platzte und im Winter regelmäßig überlastet ist.

Im Herbst 2019 werden die ersten Studenten kommen. Parallel soll ein Medizin-Campus mit Lehrgebäuden und Büros entstehen, der 2022/23 fertig wird. Bis zu acht Stockwerke hohe Gebäude werden im Bereich des alten Hubschrauberlandeplatzes entstehen. Prof. Martina Kadmon, Gründungsdekanin der medizinischen Fakultät, sprach angesichts des Hebaufs vom „Auftakt der Entwicklungen der nächsten Jahre“.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren