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Augsburg

02.10.2019

Seit 23 Jahren führt sie der Weg ins Rathaus

Claudia Eberle ist Oberbürgermeisterkandidatin von Pro Augsburg. Die 50-Jährige blickt auf eine 23-jährige Tätigkeit im Augsburger Stadtrat zurück. Begonnen hatte ihre politische Laufbahn bei der CSU.
Bild: Michael Hochgemuth

Claudia Eberle ist eine der erfahrentesten Kommunalpolitikerinnen. Nun tritt die 50-Jährige als OB-Kandidatin für Pro Augsburg an. Welche Ziele die Bürgervereinigung verfolgt.

Claudia Eberle war 26 Jahre alt, als sie im Frühjahr 1996 erstmals in den Augsburger Stadtrat eingezogen ist. Es sind mittlerweile 23 Jahre im Gremium geworden. Damit zählt die Stadträtin, die im Juli ihren 50. Geburtstag feierte, zu den erfahrenen Kräften in der Kommunalpolitik. Es war eine durchaus wechselhafte Zeit, denn Claudia Eberle saß für drei Parteien und Gruppierungen im Stadtrat.

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Begonnen hatte sie bei der CSU, im Jahre 2011 verließ sie im Streit gemeinsam mit anderen Fraktionskollegen die CSU und stieg bei der Christlich Sozialen Mitte (CSM), für die sie bei der Kommunalwahl 2014 das Stadtratsmandat gewann. In der laufenden Periode wurde sie zur Einzelkämpferin bei der CSM, da zwei Fraktionskollegen zur CSU zurückkehrten.

Ein Zurück zur CSU kam für Claudia Eberle allerdings nicht infrage, als einzige CSM-Vertreterin blieb ihr jedoch kein Gestaltungsspielraum in der Stadtratstätigkeit. Claudia Eberle wechselte zur Bürgervereinigung Pro Augsburg. Dieser Schritt lag auch deshalb nahe, weil es mit den Stadtratskollegen von Pro Augsburg schon zuvor einen engen Austausch gegeben hatte.

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Claudia Eberle führt auch die Stadtratsliste an

Bei Pro Augsburg erhielt die Mutter von zwei Töchtern (18 und 20 Jahren), die mit der Familie in Göggingen lebt, die volle Rückendeckung. Die Trainerin in der Computer-Branche ist Oberbürgermeisterkandidatin von Pro Augsburg und führt die Stadtratsliste an. Allein aufgrund dieser Konstellation ist fest davon auszugehen, dass Claudia Eberle auch dem künftigen Stadtrat, der ab Mai 2020 agiert, angehören wird. Die Frage ist, in welcher Form mischt Pro Augsburg künftig in der Kommunalpolitik mit. Von 2008 bis 2014 war die Bürgervereinigung Koalitionspartner der CSU, seit 2014 sitzt Pro Augsburg in der Rathaus-Opposition. Geht es nach Claudia Eberle, steht Pro Augsburg für eine Regierungsbeteiligung bereit: „Wir sind im bürgerlich-liberalen Lager fest verwurzelt.“ Warum sollte es aus diesem Grund nicht ein weiteres Mal zur Zusammenarbeit mit der CSU kommen?

Zunächst richtet sich der Blick bei Pro Augsburg auf die eigenen Aktivitäten im Wahlkampf. Das Ziel ist ausgegeben: Fraktionsstatus, was vier Stadträte bedeutet, ist das Minimalziel. Insgeheim wird jedoch mit sechs Stadträten gerechnet. Es wäre die Addition der jeweils drei Sitze von Pro Augsburg und der CSM aus der Wahl 2014.

Claudia Eberle ist erfahren genug, um die eigenen Chancen ihrer OB-Kandidatur einzuordnen. Auch eine Stichwahl ist kein Thema für sie: „Für Pro Augsburg ist es der entscheidende Punkt, auf beiden Stimmzetteln vertreten zu sein.“ Eine OB-Kandidatur erhöhe auf alle Fälle die Wahrnehmung, sagt die OB-Kandidatin. In der Vorwoche hat Pro Augsburg die Stadtratsliste nominiert.

Außenstehende mag dabei überraschen, dass das mögliche Kontingent an Listenplätzen nur zur Hälfte ausgeschöpft wurde. Statt möglicher 60 Kandidaten sind es 30 geworden. Für Claudia Eberle, die die Liste anführt, ist dies kein Problem: „Die Liste ist klein, aber fein. Diese 30 Personen stehen für Pro Augsburg.“ Und eben auch für die Themen, mit denen die Bürgervereinigung bei den Wählern punkten wolle. Dazu zählen Finanzen, Wirtschaft, Gesundheit, Bildung und Kultur. Das Wahlprogramm wird derzeit ausgearbeitet. Einige Forderungen sind bekannt: So fordert Pro Augsburg die Senkung der Gewerbesteuer. Eine medizinische Grundversorgung müsse zusätzlich zum Universitätsklinikum gesichert werden. Im Bereich Kultur tritt Pro Augsburg dafür ein, dass der Gaskessel als Kulturspielstätte erhalten bleibt. Im Bereich Verkehr erinnert Claudia Eberle daran, dass Pro Augsburg schon vor längerer Zeit den Antrag gestellt habe, ein 365-Euro-Ticket einzuführen: „Das hat die Stadtregierung abgelehnt.“

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