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Augsburg

15.05.2019

So soll das Regionalbusterminal am Hauptbahnhof aussehen

Ein Blick vom südlichen Bahnhofsausgang in Richtung Hermanfriedhof: Bei dem Gebäude handelt es sich um die Rückseite des bestehenden Bohus-Centers. Geplant ist dort, den künftigen Knotenpunkt des Regionalbusverkehrs zu errichten.
Bild: Morpho-Logic Architektur und Stadtplanung

Plus Am Augsburger Hauptbahnhof starten und enden auch Regionalbusse. Nun ist klar, wo nach dem Umbau die Bahnsteige sein sollen und wie sie gestaltet werden.

Die Stadt will ab 2021 damit beginnen, am Hauptbahnhof ein neues Regionalbusterminal als zentralen Umsteigeknoten zu bauen. Spätestens 2023 mit Inbetriebnahme des Bahnhofstunnels für Straßenbahnen und Fußgänger unter dem Hauptbahnhof soll das Busterminal in Betrieb gehen. Inzwischen steht grob fest, wie das Busterminal aussehen soll. Man arbeite „mit Hochdruck“ an den Planungen, so Baureferent Gerd Merkle (CSU).

Seit 2017 ist der Bahnhofsvorplatz nicht mehr die zentrale End- und Starthaltestelle für die etwa 300 Regionalbus-Verbindungen, die an einem durchschnittlichen Werktag ins Umland fahren. Hintergrund war der Start der Bauarbeiten auf dem ehemaligen Ladehof-Areal, wo Wohnungen und Büros entstehen. Seitdem sind die Fuggerstraße und die Prinzregentenstraße die Umsteigeknoten. Dort sind seitdem Busse des Augsburger Verkehrs-Verbunds (AVV) auch auf provisorischen Abstellspuren geparkt.

Verkehr wird am Hauptbahnhof Augsburg konzentriert

Ab 2023 soll der Verkehr wieder am Hauptbahnhof konzentriert werden. Dann aber nicht mehr auf dem Bahnhofsvorplatz, der neu gestaltet wird und auf dem künftig mehr Platz für Fußgänger sein soll, sondern auf einem Bahnsteig mit Haltebuchten auf der Rückseite des Bohus-Centers. An der südlichen Fußgängerunterführung nahe des Stellwerks werden Fahrgäste künftig zwischen Regionalbus und Zug wechseln können. Der Entwurf des Münchner Architekturbüros Morpho-Logic, der als Favorit aus mehreren Vorschlägen hervorging, sieht ein durchgezogenes Bahnsteigdach in klassischer Form vor. Momentan, so Merkle, seien zwar pilzartige organische Formen bei Haltestellen angesagt, allerdings passe die klassische Form besser an diese Stelle, die zwischen Bürogebäuden aus verschiedenen Jahrzehnten liegt. Das Terminal wird eingerahmt sein vom Bürokomplex Bohus-Center aus den 90er Jahren, einem noch zu bauenden Gewerbekomplex direkt an den Bahngleisen und dem historischen Hauptbahnhof.

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Neue Wohnungen am Hauptbahnhof Augsburg

Künftig ist vorgesehen, dass in Augsburg ankommende Regionalbusse ihre Fahrgäste in der Viktoriastraße aussteigen lassen (in etwa dort, wo die aktuelle Bushaltestelle vor dem Containerdorf der Bahn liegt), dann ums Bohus-Center zum Terminal fahren, um Fahrgäste einsteigen zu lassen. Über eine Gasse am östlichen Rand des Bahnhofsvorplatzes sollen sie wieder ins Umland fahren. Hinter dem Bohus-Center wird auch ein Warte- und Pauseplatz für die Regionalbusse eingerichtet. Das Regionalbusterminal ist an dieser Stelle nicht die einzige Baustelle. Auf dem Ladehofareal zwischen Hauptbahnhof und Gögginger Brücke entstehen 300 Wohnungen sowie Büros und eventuell ein Hotel. Die Erd- und Erschließungsarbeiten laufen aktuell.

Zudem wird der große Bahnhofsvorplatz umgestaltet. Auf einer Teilfläche haben momentan noch einige Regionalbuslinien ihre Haltestellen, den Großteil beanspruchen die Stadtwerke als Baustellen-Lagerplatz für den Tunnel. Künftig ist geplant, den Platz neu mit hellem Steinbelag zu pflastern und den Großteil für Fußgänger zu reservieren. An den Rändern entstehen 34 Kurzzeitparkplätze und 650 Abstellplätze für Fahrräder. Vor dem Bahnhofsgebäude werden einige Taxistellplätze entstehen. Die seitlichen Baumgruppen müssen neu angelegt werden. Zurückkehren wird auch der Brunnen, der vorübergehend abgebaut wurde. Im Zuge der Bahnhofsplatz-Sanierung wird auch überlegt, die Bahnhofstraße in einem ersten Abschnitt umzugestalten. Sie soll im Bereich zwischen Viktoria- und Hübnerstraße (Höhe Salewahaus bzw. Viktoria-Passage) zur Fußgängerzone ohne eigene Bürgersteige umgestaltet werden. Die Stadt möchte langfristig auch den Rest der Bahnhofstraße umgestalten, um diese Achse zu stärken.

So sehen die Plätze am Augsburger Bahnhof künftig aus

Man wolle bis August 2023, wenn der Bahnhofstunnel in Betrieb geht, mit den Plätzen fertig sein, so Baureferent Merkle. Allerdings sei momentan noch nicht vorhersehbar, wann mit den Bauarbeiten begonnen werden kann. Grund ist, dass erst die Stadtwerke ihren Baustellenplatz räumen müssen und auch die Bahn ihr Containerdorf, das sie während der Bauarbeiten im Bahnhofsgebäude aufgestellt hat (bis 2021), entfernen muss.

Auf der anderen Seite des Bahnhofstunnels an der Rosenaustraße im Thelottviertel entsteht ein Bahnhofsvorplatz. Vorgesehen sind auch ein Fahrradparkhaus, Sitzstufen, ein Wasserbassin sowie ein Café. Auch hier ist ungewiss, wann Baustart sein soll. Dies, so Merkle auf Anfrage, hänge mit der Genehmigung für die Trasse der Linie 5 zusammen. Momentan ist unklar, wie die Linien 3 und 5 nach ihrer Ausfahrt aus dem Bahnhofstunnel durch das Thelott- und Rosenauviertel fahren sollen.

Hauptbahnhof Umbau Stand Ende 2018
14 Bilder
Der Umbau des Augsburger Hauptbahnhofs in Bildern
Bild: Bernd Hohlen

Inzwischen gilt als möglich, dass bis 2023 kein Gleisanschluss im Westen vorhanden ist. Die Linie 3 würde dann weiter durch die Pferseer Unterführung fahren, die Linien 4 und 6, die am Hauptbahnhof wenden, dann künftig die unterirdische Haltestelle anfahren und unter den Bahngleisen in der Wendeschleife umdrehen. Hintergrund für die Verzögerung ist, dass mehrere Varianten für die Trasse in Bahnhofsnähe diskutiert werden. Als „Notnagel“ bliebe den Stadtwerken möglicherweise, provisorisch zwei Gleise in der südlichen Rosenaustraße zu verlegen, um die Linie 3 durch den Tunnel fahren zu lassen. Diese Lösung könnte aber nur klappen, solange die Linie 5 nicht gebaut ist. Den Verkehr zweier Linien würde die Kreuzung Rosenau-/Pferseer Straße wohl kaum verkraften.

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Die Diskussion ist geschlossen.

13.05.2019

Warum benötigen wir am Hauptbahnhof überhaupt ein Regionalbusterminal? Es ist doch viel sinnvoller, eine Regional-S-Bahn mit 15-Minuten-Takt in der Region zu etablieren. Die Regionalbusse könnten dann ausschließlich als Zubringer zu Straßenbahn und Regional-S-Bahn verkehren (natürlich in viel dichterem Takt als heute) anstatt neben dem Schienenverkehr in die Innenstadt und zurück zu fahren.

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15.05.2019

Es wird einen ± 15-Minuten-Takt nicht auf allen Linienästen geben; sehen Sie sich einfach mal die gerade veröffentlichten 2. Entwürfe zum Deutschland-Takt an. Und eine neue Bahnstrecke in den Augsburger Nord-Osten ist auch nicht absehbar; die langsame und unzuverlässige Tramlinie 1 taugt nicht zur Brechung - da hat man nach Eröffnung der verlängerten 1er schon mal erfolgreich die Fahrgastzahlen aus Stätzling reduziert.

Ich verstehe nicht, warum Sie sich als grüner OB Kandidat hier gegen 4 (vier) - mehr sind es nicht - Abfahrtshaltestellen für Regio-Busse aussprechen.

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15.05.2019

https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/E/schienengipfel-netzgrafik-by.pdf?__blob=publicationFile

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