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Soziales: Stadt prüft Grandhotel

Soziales

Stadt prüft Grandhotel

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    Die ersten Künstler – wie hier Eva Krusche – richten ihre Räume im Paul-Gerhardt-Haus im Domviertel ein. Im Grandhotel sollen einmal Asylbewerber, Künstler und Menschen, die für begrenzte Zeit ein Zimmer suchen, Tür an Tür leben.
    Die ersten Künstler – wie hier Eva Krusche – richten ihre Räume im Paul-Gerhardt-Haus im Domviertel ein. Im Grandhotel sollen einmal Asylbewerber, Künstler und Menschen, die für begrenzte Zeit ein Zimmer suchen, Tür an Tür leben. Foto: Fotos: Silvio Wyszengrad

    Das „Grandhotel“ im Domviertel hat schon viele Gäste gesehen, doch der offizielle Startschuss ist noch nicht gefallen. Während schon viele Politiker das Haus anschauten, in dem Asylbewerber und Künstler unter einem Dach unterkommen sollen, haben die Planer einen Bauantrag gestellt. Er ist vor Kurzem bei der Stadt eingegangen und wird derzeit bearbeitet.

    „Die Nutzungsänderung ist der entscheidende Schritt“, sagt Sebastian Kochs von der Gruppe, die hinter dem Grandhotel steht. Sie möchte das Paul-Gerhardt-Haus von einem leer stehenden Altenheim der Diakonie in ein Haus verwandeln, in dem Künstler arbeiten, und Menschen „mit und ohne Asyl“, so die Initiatoren, zeitweise leben.

    Das ist der planungsrechtliche Knackpunkt im Genehmigungsverfahren, sagt der Jurist des Baureferates, Dr. Mark Dominik Hoppe: „Beherbergungsbetriebe sind laut Bebauungsplan nicht zulässig.“ Die Bauverwaltung, die dem Vorhaben „sehr aufgeschlossen“ (Hoppe) gegenüber stehe, prüfe derzeit, ob aufgrund der vielfältigen anderen Nutzungen eine andere Beurteilung des Projektes möglich ist.

    Die Künstlergruppe will das Paul-Gerhardt-Haus in eine „soziale Skulptur“ verwandeln. Es sollen nicht nur rund 50 bis 60 Asylbewerber – Familien mit Kindern – unterkommen, sondern auch Künstler und Menschen, die für begrenzte Zeit ein Zimmer suchen. Auch ein Café und ein Restaurant sind geplant. Teil der Idee ist, dass sich die Asylbewerber wie alle anderen selbst einbringen, etwa um das Haus zu renovieren. „Wir möchten Menschen bekommen, die etwas Positives für die Gesellschaft tun möchten“, sagt Kochs.

    Die Stadt wird den Bauantrag unter anderem im Amtsblatt veröffentlichen, um den Anwohnern die Möglichkeit zu geben, ihre Bedenken vorzubringen.

    Sie hatten skeptisch auf die Pläne reagiert, dass die Regierung von Schwaben für bis zu fünf Jahre Flüchtlinge in dem ehemaligen Altenheim der Diakonie unterbringen möchte.

    Eine reine Asylbewerberunterkunft könnte laut Hoppe schneller genehmigt werden. Die Regierung von Schwaben habe im vergangenen Jahr ein Genehmigungsverfahren gestartet, gegen das die Stadt keine Einwände vorgebracht habe.

    Jenseits der rechtlichen Fragen ist die Idee des „Grandhotels“ auf viel Aufmerksamkeit gestoßen. Zahlreiche Medien aus ganz Deutschland fragen an, Politiker vom Oberbürgermeister bis zum Bundestagsabgeordneten waren da und die evangelische Landessynode besuchte das Gebäude im Domviertel. Die Kerntruppe Sebastian Kochs, Georg Heber und Architekt Michael Adamczyk hat Hilfe von Freiwilligen bekommen, die bereits mit ihnen im Haus arbeiten.

    Während der Bauantrag bearbeitet wird, richten die ersten Künstler ihre Räume im Paul-Gerhardt-Haus ein. Der bildende Künstler Christofer Kochs will eines der ehemaligen Altenheim-Zimmer gestalten, die bundesweit bekannte Lyrikerin und Poetry-Slammerin Lydia Daher möchte sich dort ein Schreib-Atelier einrichten.

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