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Augsburg

26.04.2017

Streit um Alte Flugplatzheide beschäftigt den Landtag

Kann der letzte Rest der Alten Flugplatzheide in Haunstetten komplett vor einer Bebauung gerettet werden? Diese Frage beschäftigt am Donnerstag den Umweltausschuss des Landtages. Dort wird eine Petition zur Rettung des wertvollen Biotops behandelt.
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Kann der letzte Rest der Alten Flugplatzheide in Haunstetten komplett vor einer Bebauung gerettet werden? Diese Frage beschäftigt am Donnerstag den Umweltausschuss des Landtages. Dort wird eine Petition zur Rettung des wertvollen Biotops behandelt.
Bild: Silvio Wyszengrad

Ein letzter Versuch der Stadt Augsburg zur Rettung der Naturfläche ist gescheitert. Nun wird die Petition im Landtag behandelt.

Die Alte Flugplatzheide in Haunstetten gilt als einer der wertvollsten Naturräume in Augsburg. Doch nun ist ein weiterer Versuch gescheitert, die Heide vor einer Teilbebauung durch den Freistaat zu retten. Die Stadt Augsburg hat ein Baugrundstück in Oberhausen als Alternative angeboten. Vergeblich.

Der Freistaat will auf einem Teil der Heidefläche neue Wohnungen für 300 anerkannte Flüchtlinge bauen. Die heimische Naturschutzallianz kämpft im Gegenzug darum, den letzten Rest der historischen Augsburger Heidelandschaft mit über 85 bedrohten Tier- und Pflanzenarten vor einer weiteren Bebauung zu retten und komplett unter Schutz zu stellen. Das politische Tauziehen um die Heide zieht sich inzwischen über ein Jahr hin.

Im Februar hat das städtische Sozialreferat dem Freistaat nun ein städtisches Grundstück in der Äußeren Uferstraße als Alternative für eine Neubebauung vorgeschlagen. Die momentane Situation auf diesem Areal sei unbefriedigend, sagt Sozialreferent Stefan Kiefer. Aus seiner Sicht könnte ein Teil der auf der Flugplatzheide geplanten Wohnungen stattdessen dort gebaut werden und die bestehende marode Bebauung ersetzen. „Das Gelände könnte dadurch neu gestaltet werden“, so Kiefer.

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Regierung von Schwaben lehnt Angebot der Stadt Augsburg ab

Die Regierung von Schwaben hat das städtische Angebot aber abgelehnt. „Der Abbruch von bewohnten Bestandsgebäuden, auch wenn der bauliche Zustand nicht befriedigend ist, ist für uns keine Option“, teilte Regierungssprecher Karl-Heinz Meyer auf Anfrage unserer Zeitung mit. Das Grundstück in der Äußeren Uferstraße sei auch keine angemessene Standortalternative für das am Bischofsackerweg geplante staatliche Projekt, so Meyer. Denn dort wäre nur ein Teil der Wohnungen realisierbar, die am Bischofsackerweg möglich seien.

Hier sollen Wohnungen entstehen.
Bild: AZ Grafik

Sozialreferent Kiefer bedauert, dass das Gelände für die Regierung nicht infrage kommt. „Es hätte uns gefreut, wenn wir dazu beigetragen hätten, dem Freistaat bei der Standortsuche zu helfen und gleichzeitig den Konflikt mit dem Naturschutz auszuräumen.“ Er betont aber auch, dass es unverändert einen Bedarf für kostengünstige Wohnungen gebe, die der Freistaat erstellen will.

Die Regierung von Schwaben hat auch andere alternative Baugrundstücke für die Heide abgelehnt, etwa den Standort der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in der Berliner Allee. Auf der Gewerbefläche sei die Nutzung „Wohnen“ nicht möglich, so Sprecher Meyer. Die ebenfalls diskutierte ehemalige Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in der Calmbergstraße sei als „Gemeinbedarfsfläche“ ausgewiesen und komme für die Nutzung „Wohnen“ ebenfalls nicht in Betracht. Dieses Objekt sei außerdem stark renovierungsbedürftig und stehe unter Denkmalschutz. Eine Sanierung dürfte den zeitlichen Rahmen des bayerischen Sofortprogrammes für Wohnungsbau sprengen und sei wohl auch zu teuer, so Meyer.

Auf der alten Flugplatzheide in Haunstetten sollen Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge entstehen.
Bild: Silvio Wyszengrad

Landtagsabgeordneter Herbert Woerlein (SPD) setzt sich ebenfalls für die Rettung der Alten Flugplatzheide ein. Er hatte bis zuletzt auf eine Einigung zwischen Stadt und Regierung gehofft. Aktuell läuft jetzt noch eine Petition zur Rettung der Flugplatzheide an den Bayerischen Landtag. Sie steht am Donnerstag, 27. April, im Umweltausschuss auf der Tagesordnung. Woerlein ist der Berichterstatter. Der schwäbische Umweltpolitiker will dort einen Ortstermin auf der Heide in Augsburg vorschlagen. „Am Schreibtisch kann man sich kein Bild machen“, sagt er.

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