Seit gut einem halben Jahr sind der Stadtjugendring und die Jugendlichen in ihr neues Domizil an der Blériotschule umgezogen. Seitdem steht das alte Jugendhaus im Univiertel an der Haunstetter Straße leer. Die Stadt will sich von der Immobilie trennen, derzeit bereitet das Liegenschaftsamt die Ausschreibungen dafür vor. Im März könnten sich erste Interessenten melden.
Das Gebäude ist zwar völlig marode, dennoch ist Clemens Gutmann, Leiter des Liegenschaftsamtes, zuversichtlich, „dass wir das Haus verkaufen können“. Seinen Charme hat die Immobilie vor allem durch die Größe des Grundstücks – es sind 1450 Quadratmeter – und die innenstadtnahe Lage an der Haun-stetter Straße.
Ein anderer Aspekt dürfte den Verkauf eher schwierig gestalten: Der Bebauungsplan für das Areal, auf dem das alte Kosmos steht, sieht das Gebäude eine öffentliche Einrichtung vor. Das heißt, im Bebauungsplan ist die Nutzung als Jugendhaus oder Kindertagesstätte festgeschrieben. „Das ist kaum das, was sich ein Bewerber wünscht“, sagt Gutmann und räumt damit die Möglichkeit ein, „eine Änderung des Planungsrechts“ herbeizuführen. Im Vorfeld dazu seien aber noch zahlreiche baurechtliche Fragen zu klären.
Denn eine weitere Option ist für die Stadt interessant: Ab 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Hortplatz, dann muss die Stadt ausreichend Plätze zur Verfügung stellen. Würde sich also ein privater Verein oder ein anderer Träger für eine Kindertagesstätte finden, würde man dem sicherlich auch versuchen, entgegen zu kommen.
Den Kaufpreis sieht Gutmann eher „im unteren sechsstelligen Bereich aufgrund des miserablen baulichen Zustands“. Die Stadt hatte Haus und Grundstück im Jahr 1973 erworben. Zunächst diente es weiter als Wohnhaus, die Nutzung als Jugendhaus folgte später.