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Augsburg

21.02.2018

Warum das Bayernkolleg später umziehen wird

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Die denkmalgeschützte Ziegelfassade der ehemaligen Pädagogischen Hochschule bleibt erhalten. Sie wird derzeit ausgebessert und erneuert. Die großflächigen Fenstern werden ausgetauscht.

Im Sommer 2020 erhält das Bayernkolleg neue Räume. Die Arbeiten in der ehemaligen Pädagogischen Hochschule laufen.  Ein Besuch auf einer besonderen Baustelle.

Auf dem Dach des künftigen Bayernkollegs in der Schillstraße 100 sind Bierzelte aufgestellt. Gefeiert wird hier nicht. Seit dem Herbst 2016 wird das denkmalgeschützte Gebäude saniert. Die Zelte dient an dem abgetragenen Dach als Schlechtwetterschutz. Schnee und Regen könnten sich sonst ihren Weg in das Gebäude bahnen und für einen Wasserschaden sorgen. „Das Notdach wurde allerdings zur Wiesn-Zeit aufgestellt. Deshalb dachten einige, dass es etwas zu feiern gibt“, erklärt Manuela vom Wege. Sie ist Abteilungsleiterin der Liegenschaftsabteilung im Staatlichen Bauamt, die sich um die staatlichen Gebäude in der Region kümmert. Das Bayernkolleg ist eine besondere Baustelle, betonten sie und Ulrich Blickle. Der Leiter des Staatlichen Bauamts hat schon viele Baustellen betreut. „Das ist aber eine der Spannendsten. Das liegt an der Qualität der Architektur.“

Der Gebäudekomplex der ehemaligen Pädagogischen Hochschule in der Schillstraße wurde von 1958 bis 1962 erbaut. Das Besondere: Das damalige Landbauamt Augsburg selbst übernahm die Planung und den Bau. Das Gebäude wurde großzügig und repräsentativ gebaut: Gänge und Treppenaufgänge sind überdurchschnittlich breit, die großen Fensterflächen lassen viel Helligkeit in die Räume, das Relief in der Pausenhalle zeugt ebenfalls für die Liebe zum Detail. „Auch die Leuchten sind nicht von der Stange. Sie wurden damals ebenfalls eigens für die Hochschule entworfen“, erzählt Ulrich Blickle.

Den Anspruch, den das Staatliche Bauamt vor Jahrzehnten bei diesem Bau an den Tag legte, will der Baumamtsleiter gerecht werden: „Wir haben schon einen großen Ehrgeiz, das Gebäude wieder genauso gut hinzubekommen. Die Leuchten werden beispielsweise umgebaut und auf den heutigen Stand der Technik gebracht.“

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Früher wurden hier Lehrer ausgebildet

Der Gebäudekomplex wurde früher für die Lehrerausbildung genutzt. Später lernten dort Musiker und Künstler der Universität Augsburg. Nachdem sie auf den Campus umzogen, stand das Gebäude leer. Es soll künftig vom Bayernkolleg genutzt werden. Die staatliche Schule bietet jungen Erwachsenen nach einer Berufstätigkeit oder einer berufsbezogenen Ausbildung die Möglichkeit, auf dem zweiten Bildungsweg die allgemeine Hochschulreife zu erlangen.

Die derzeitigen Räumlichkeiten an der nahegelegenen Kreuzung Schillstraße/Hans-Böckler-Straße sowie das Wohnheim sind sanierungsbedürftig. 2011 drohte deshalb die Schließung der Einrichtung, was zu massiven Protesten führte. Mit Erfolg: Das Bayernkolleg wird Augsburg erhalten bleiben. Es zieht in den Gebäudekomplex der ehemaligen Pädagogischen Hochschule um und sichert somit auch den Erhalt des Denkmals, das dafür für rund 30 Millionen Euro saniert wird.

Die Gesamtkosten der Baumaßnahme werden wohl etwas teurer werden. Die Firma, die für die Rohbauarbeiten zuständig wäre, hat Insolvenz angemeldet. „Wir mussten diese Arbeiten neu ausschreiben. Das wirft uns zeitlich zurück und wird Auswirkungen auf die Kosten haben“, sagt Manuela vom Wege. Deshalb stocken die Bauarbeiten derzeit. Bevor nicht spezielle Abbrucharbeiten erledigt und Schlitze für Technik in die Wände eingearbeitet worden sind, können die nächsten Handwerker ihre Arbeiten nicht aufnehmen. „Wir planen derzeit, dass die Generalsanierung Ende 2019 abgeschlossen sein wird. Das Bayernkolleg würde dann in den darauffolgenden Sommerferien umziehen“, sagt die Leiterin der Liegenschaftsabteilung. Das wäre dann zwei Jahre später als angenommen.

Fassade wird saniert

In den kommenden zwei Jahren gibt es aber noch viel zu tun: Dort wo sich einmal das Hörsaalzentrum befand, werden eine Mensa und eine Kindertagesstätte eingebaut, die vorrangig von Kindern der Kollegiaten und Lehrer genutzt werden kann. Das Gebäude wird nach der Sanierung barrierefrei sein. Dafür werden zwei Aufzüge eingebaut, aus brandschutztechnischen Gründen erhält die Schule weitere Treppenhäuser. Die denkmalgeschützte Ziegelfassade wird energetisch auf den neuesten Stand gebracht, die Fenster größtenteils ausgetauscht.

Der Innenhof, der Hof der Stille, der bislang nicht genutzt wurde, wird überdacht und wird so ganzjährig den Kollegiaten zur Verfügung stehen. Ein amerikanischer Regisseur wollte ihn einst als Kulisse für einen Gefängnishof nutzen. Aus den Dreharbeiten wurde nichts. Dafür sorgte ein anderes Filmprojekt 2015 für Wirbel. Damals drehten die deutschen Filmstars Florian David Fitz und Matthias Schweighöfer Szenen ihres Films „Der geilste Tag“ in der ehemaligen Hochschule. Dutzende Fans warteten damals täglich an der Absperrung, um ein Foto mit ihren Stars zu machen.

Heute geht es da vergleichsweise ruhig auf der Baustelle zu. Im ehemalige Konzertsaal der Hochschule ist ein Bohren und Hämmern zu hören. Der Raum wird zu einem Multifunktionssaal umgebaut und kann so auch künftig für Abibälle oder Weihnachtsfeiern zur Verfügung stehen. Und auch im Freien gibt es Fortschritte. Auf der Rückseite des Hauptgebäudes wird ein Schülerwohnheim neu gebaut. Die Bodenplatte ist bereits erstellt.

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