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Ein Knast zwischen Räuber-Legenden und ungewisser Zukunft

Foto: Axel Hechelmann

Mehr als 800 Jahre Geschichte und ein geköpfter Räuber: Das ehemalige Gefängnis im Augsburger Domviertel hat eine reiche Vergangenheit – und steuert in eine ungewisse Zukunft.

Der 21. Februar 1902 begann für Mathias Kneißl mit einem Scherz und einem abgetrennten Kopf. Jahrzehntelang hatte er als Räuber und Wilderer die bayerische Polizei genarrt und schließlich bei einer Verfolgungsjagd zwei Polizisten erschossen. Nun würde sein Leben um sieben Uhr morgens im Gefängnis im Augsburger Domviertel enden. Er machte seine letzten Schritte hoch aufs Schafott und sagte: "De Woch fangt scho guad o." Dann schnitt ihm ein 80 Pfund schweres Fallbeil den Kopf ab.

Ob die Erzählung vom "Räuber Kneißl" stimmt, ist umstritten. Schließlich fiel der Tag der Hinrichtung auf einen Freitag, die Woche war also fast vorbei. Doch egal ob Geschichte oder Legende – die Erinnerung an Kneißls letzte Tage gehört zum Vermächtnis eines Ortes, der von mittelalterlicher Not, berüchtigten Straftätern und einer ungewissen Zukunft erzählt.

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