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Augsburg: Ärger über Radfahrer wächst

Augsburg

Im Augsburger Textilviertel wächst der Ärger über Radler

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    Anwohner ärgern sich über Radler, die in der Wolframstraße verbotenerweise den Gehweg nutzen.
    Anwohner ärgern sich über Radler, die in der Wolframstraße verbotenerweise den Gehweg nutzen. Foto: Peter Fastl

    Radeln in Augsburg bleibt ein Thema mit reichlich Zündstoff. Nun kommen Klagen aus dem Textilviertel über Radler, die sich nicht an Verkehrsregeln halten und Fußgänger zum Teil massiv gefährden. Immer wieder kommt es in letzter Zeit zu solchen Konflikten. Ein Brennpunkt bleibt der Osramsteg, der über den Lech führt. Auf beiden Seiten ist dort Radeln verboten. Der ehemalige Augsburger Finanzreferent Gerhard Ecker wirbt um gegenseitiges Verständnis und bringt gegenüber unserer Redaktion eine Idee ins Spiel. Ordnungsreferent Frank Pintsch nimmt seinerseits die Radler in die Pflicht. 

    Auch im Proviantbachquartier gibt es immer wieder Unmut über Radler, die auf Gehwegen unterwegs sind. Nach unserer jüngsten Berichterstattung haben sich nun Anwohner aus dem Textilviertel gemeldet. "Wir haben dieses Problem massiv in der Wolframstraße", heißt es. Man habe sich deshalb an die Stadt gewandt. Der Ordnungsdienst habe danach die Kontrollen verstärkt. Dennoch sei die Situation gefährlich. Eine Frau sagt: "Es gibt noch zahlreiche Radfahrer, die trotz eindeutiger Beschilderung den Gehweg benützen." Laut Anwohnerin "sausen Fahrradfahrer nebeneinander ungebremst an uns vorbei, teils aus beiden Richtungen."

    Im Proviantbachquartier gibt es Ärger über Radler, die den Gehweg nutzen.
    Im Proviantbachquartier gibt es Ärger über Radler, die den Gehweg nutzen. Foto: Peter Fastl

    Würde man Radler auf den Gehweg hinweisen, werde man beschimpft oder ernte ein Achselzucken. Die 67-Jährige sagt: "Es gibt ältere Menschen bei uns, die sich nicht mehr auf den Fußweg trauen, weil ihnen die Fahrradfahrer unheimlich sind." Nach ihrer Einschätzung hielten sich aber zumindest die Radler, die selbst im Viertel leben, an die Regeln. 

    Der ehemalige Finanzreferent Gerhard Ecker sieht die Situation entspannter. In einem Schreiben teilt er zu den laufenden Diskussionen im Proviantbachquartier mit: "Zum wiederholten Mal wird ein Thema aufgewärmt, das mit ein wenig Rücksicht und Kinderstube keines wäre." Einige wenige, anonym bleibende Personen, beklagen laut Ecker offenbar intern vehement, "dass sie sich auf generell wenig befahrenen Wegen von Radlern belästigt fühlen, auf dem Osramsteg einerseits und auf dem Weg von der Proviantbachstraße Richtung Textilviertel/Innenstadt andererseits".

    Ärger über Radler: Ein Vorstoß für eine Lösung am Osramsteg in Augsburg

    Beim Osramsteg ließe sich die Situation schon allein dadurch entschärfen, dass nur einer der beiden schmalen Stege für Fußgänger und einer für Radfahrer freigegeben würde, so Ecker. Derzeit ist das Radeln dort ganz verboten. Das Tiefbauamt hatte früher argumentiert, dass die Wege zu schmal seien dafür. Beim Weg entlang der Lokalbahn ist laut Ecker verwunderlich, dass er nur von Osten kommend für Fußgänger beschränkt, von Westen, aus dem Textilviertel kommend, für Fußgänger und Radfahrer freigegeben sei. Es könnte einfacher im Zusammenspiel gehen, sagt Ecker: "Rücksicht von allen wäre das Gebot, Polizei oder Ordnungskräfte mit sinnleeren Kontrollen zu beschäftigen, ist völlig überzogen."

    Ordnungsreferent Pintsch weiß um die Diskussionen: "Ich radle selbst gerne und viel im ganzen Stadtgebiet von Augsburg und finde, dass Augsburg – auch mit Blick auf die Infrastruktur – eine radfreundliche Stadt ist." Es habe sich in den zurückliegenden Jahren viel Positives getan. "Aber ich beobachte auch, dass einige Radfahrer rücksichtslos fahren und sich nicht an die Verkehrsregeln halten – so wie auch einige Autofahrer."

    Ordnungsreferent: Einen Freibrief für Radfahrer darf es nicht geben

    Das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme sei im Straßenverkehr elementar. So wie es kein Recht des Stärkeren für Autofahrer gebe, dürfen es keinen Freibrief für Radfahrer geben: "Rücksichtnahme auf alle, insbesondere auch Fußgänger, Kinder, Schüler und Menschen mit Einschränkungen, ist von elementarer Bedeutung."

    Radeln am Osramsteg ist verboten.
    Radeln am Osramsteg ist verboten. Foto: Peter Fastl

    Pintsch nennt Orte im Stadtgebiet, an denen aus seiner Sicht Rücksicht extrem wichtig sei: "Es sind Fußwege mit Engstellen (Judenberg, Osramsteg) und stark frequentierte Wege (Kuhsee)." Die Stadt nehme Beschwerden von Bürgern ernst, betont der CSU-Politiker. Es werde regelmäßig kontrolliert. Auf Anfrage hat das Ordnungsreferat Zahlen geliefert, wie viele Verstöße in diesem Jahr bei Radlern registriert wurden. Genannt ist dabei auch die Höhe des Bußgelds. Nicht immer wird bei einem Verstoß ein Bußgeld verhängt, es gebe laut Pintsch auch die Möglichkeit einer mündlichen Ermahnung durch Ordnungskräfte. Diese Zahl taucht in der Statistik nicht auf. Die aktuellen Zahlen sind gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig. 

    Radfahren auf beschildertem Gehweg oder in der Fußgängerzone: 320 Fälle, 25 Euro 

    Radfahren auf unbeschildertem Gehweg: 83 Fälle, 55 Euro

    Radfahren auf Radweg in falscher Richtung trotz Radweg in richtiger Richtung: 14 Fälle, 20 Euro

    Radfahren auf Straße trotz Radweg: 15 Fälle, 20 Euro

    Radfahren mit Handy-Nutzung: 17 Fälle, 55 Euro

    Radfahren ohne Licht: 56 Fälle, 20 Euro

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