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Augsburger Theater landet im Schwarzbuch der Steuerzahler

Augsburg

Das Staatstheater landet im Schwarzbuch der Steuerzahler

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    Auf der Bühne im Staatstheater führen aktuell die Bauarbeiter das Regiment.
    Auf der Bühne im Staatstheater führen aktuell die Bauarbeiter das Regiment. Foto: Silvio Wyszengrad (Archivbild)

    Angesichts der in den vergangenen Jahren weiter gestiegenen Kosten für die Sanierung des Augsburger Staatstheaters hat es das Millionenprojekt nach drei Jahren erneut ins Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes geschafft. Gestartet war die Sanierung mit einer Prognose von 186 Millionen Euro, zuletzt ging die Stadt realistischerweise von 340 Millionen Euro aus, wobei dieser Wert angesichts der unklaren Baupreissteigerungen in den kommenden Jahren noch kein Worst-Case-Szenario darstellt. Man halte Gesamtkosten von 400 Millionen Euro am Ende für durchaus möglich, so Rolf von Hohenhau, Präsident des Steuerzahlerbundes in Bayern und früherer CSU-Stadtrat in Augsburg. Der Steuerzahlerbund sprach am Dienstag bei der Vorstellung des Schwarzbuchs von einem "finanziellen Abenteuer", auf das sich die Stadt eingelassen habe. 

    Steigen die Kosten für die Sanierung des Augsburger Staatstheaters erneut?

    In der Tat gibt es Anhaltspunkte, die dafür sprechen, dass sich die Kosten fürs Theater nochmals erhöhen könnten. Wie im Sommer herauskam, ist man sich bei der Stadt nicht so sicher, ob die geplante Fertigstellung des Großen Hauses Ende 2027 und des Erweiterungsbaus Ende 2028 realistisch sind. Man werde sowohl beim Zeitplan als auch bei den kostenmäßigen Auswirkungen (aufgrund der laufenden Baupreissteigerungen schlägt jedes Jahr Verzögerung finanziell zu Buche) wohl erst im kommenden Jahr klarer sehen, erklärte die Stadt im Juli auf Anfrage. Grund für die bisherigen Kostensteigerungen waren Baupreissteigerungen (die in der ersten Prognose nicht enthalten waren), Erschwernisse bei Bau und Umplanungen

    Steuerzahlerbund: Bis zur Genehmigung ist jedes Projekt günstig

    Von Hohenhau sieht das Projekt in einer Reihe mit weiteren Vorhaben der öffentlichen Hand, bei denen die Kosten durch die Decke gehen, etwa die zweite S-Bahn-Stammstrecke in München. "Bis zur Genehmigung muss ein Projekt immer günstig sein, und wenn man dann angefangen hat, kommt man nicht mehr raus", so von Hohenhau. Das zeige sich jetzt auch beim Theater, bei dem eine Umkehr nicht mehr möglich sei. Zudem würden Bauzeiten zu optimistisch geplant. "Der Bahnhofstunnel sollte 2019 fertig sein, jetzt wird es 2025. Und jede Verzögerung kostet Geld", so von Hohenhau. Bei privaten Bauherren sei so etwas nicht vorstellbar. "Wenn da ein Projekt auf einmal das Doppelte kostet, ist er pleite." Und dann seien Planungen manchmal zu opulent, so von Hohenhau mit Blick auf die zwischenzeitlich fallen gelassenen Pläne, ganze Lkw mit Kulissen mittels Aufzug innerhalb des Theaterbaus zu transportieren. 

    Die Stadt und die Stadtwerke seien mit ihren Großvorhaben - das müsse man ihnen auch zugestehen - aber in eine "blöde Zeit" geraten, in der Corona-Nachwirkungen und Ukraine-Krieg das Bauen unvorhersehbar teuer gemacht hatten. Andererseits sei die Kostensteigerung vorher auch schon da gewesen. "Da braucht es realistische Kostenpuffer." Gerade Augsburg als relativ arme Stadt könne es sich nicht leisten, wenn Projekte unvorhergesehen teurer werden, weil dieses Geld an anderer Stelle fehle. 

    Die Theatersanierung war in der Stadtgesellschaft nicht unumstritten, auch wegen der hohen Schuldenaufnahme der Stadt, die ihren Eigenanteil neben der staatlichen Förderung von faktisch etwa 50 Prozent nur so schultern konnte. Es gab Kritiker, die frühzeitig warnten, dass die Sanierung teurer würde. Zwei Bürgerbegehren erreichten allerdings nicht die nötige Unterstützeranzahl.

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