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Augsburg
13.05.2022

Das Wasserkraftwerk am Wertachkanal bekommt eine neue Turbine

Das Wasserkraftwerk am Wertachkanal bekommt eine neue Turbine.
Foto: Silvio Wyszengrad

Nach 101 Jahren wird die zweite Turbine des Wasserkraftwerks im Wertachkanal in Augsburg ersetzt. Die Unternehmerfamilie Winter ist zufrieden: "Viel neuer ist nicht möglich."

Seit mehreren Wochen stehen teils eigenartig geformte mannshohe Bauteile aus Metall vor dem Wasserkraftwerk am Wertachkanal zwischen Pfersee und Perzheimwiese. Im Kraftwerk wird aktuell umgebaut. 101 Jahre hat die alte Turbine dort ihren Dienst getan und Strom erzeugt. Nun darf sie in den Ruhestand und wird durch ein neues Bauteil ersetzt.

Eine der zwei Francis-Zwillingsturbinen ist bereits vor 15 Jahren durch eine modernere ersetzt worden. Eingebaut wird jetzt eine Kaplan-Turbine. Diese wiegt 26 Tonnen und hat einen Wirkungsgrad von etwa 90 Prozent. Sie ist damit effizienter als ihre Vorgängerin. Seit mehreren Jahren forscht man, um ein Maximum an Energie rauszuholen. "Es geht jedoch eher um ein Prozent mehr oder weniger. Mehr als 90 Prozent sind wohl erst mal nicht möglich", sagt Betreiber Heinrich Winter. "Es ist schon viel Verantwortung. Mit 70 Jahren tangiert einen das dann doch anders als mit 40", sagt Winter. Schließlich birgt eine große Baustelle auch große Gefahren. Betrieben wird das Wasserkraftwerk am Wertachkanal von der Unternehmerfamilie Winter. "Jetzt haben wir das Know-how, die richtigen Firmen und das Geld ist billig", sagt Winter. Er arbeitet seit Jahren mit den gleichen Baufirmen zusammen. Man brauche verlässliche Leute für so ein Vorhaben. Und wer wisse, was in zehn Jahren ist. Schließlich wolle er der nächsten Generation ein gut erhaltenes Kraftwerk übergeben.

Foto: Silvio Wyszengrad

Das Gute an Wasserkraftwerken ist, dass sie, im Fachjargon, "schwarzstartfähig" sind. Das bedeutet, dass das Kraftwerk auch bei Stromausfall angefahren werden kann. Damit ist das Wertachkraftwerk auch bei einem Zusammenbruch der Stromversorgung einsatzbereit.

Foto: Silvio Wyszengrad

Abgeschlossen ist die Baustelle oberhalb des Gollwitzerstegs voraussichtlich in zwei Monaten. Dann soll erst mal Ruhe einkehren. Am meisten freut Heinrich Winter, "wenn nichts passiert ist und alles gut gegangen ist". Die Turbinen sind zwar "nicht für die Ewigkeit", aber die nächste Sanierung wird dann wohl erst in 50 Jahren nötig sein. Das Projekt selbst wurde vor eineinhalb Jahren beschlossen. Da es sich bei der Turbine um eine Maßanfertigung handelt, dauert die Lieferung entsprechend länger.

Die alte Turbine soll direkt neben ihrer alten Wirkungsstätte am Wasserwerk am Gollwitzer Steg ausgestellt werden. Der historische Bau liefert nicht nur Energie, sondern ist seit Juli 2019 auch offiziell Bestandteil des Unesco-Welterbes.

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