Die Fällung von 47 Bäumen in der Fuggerstraße für die Errichtung einer vierreihigen Allee mit 112 Bäumen ist beschlossene Sache: Der Bauausschuss des Stadtrats stimmte gestern mit einer Gegenstimme zu. FW-Stadtrat Volker Schafitel übte heftige Kritik an dem Vorhaben.
In den Kö-Umbauplanungen ist die Umwandlung der Fuggerstraße in eine boulevardähnliche Achse zwischen Kö und Theater vorgesehen. Neues Pflaster soll verlegt werden und die Bäume nach historischem Vorbild in vier Reihen gepflanzt werden. Untersuchungen haben ergeben, dass die jetzigen Bäume nur noch maximal 20 Jahre leben würden, weil die Wurzeln durch Leitungsarbeiten der vergangenen Jahrzehnte massiv geschädigt sind. Vor diesem Hintergrund stimmte die Mehrheit der Stadträte für das Projekt. Schafitel hatte vorab via Pressemitteilung kundgetan, dass die Nachpflanzung mit jungen Bäumen einer „Baumschule“ gleiche. „Man bekommt einbetonierte Bäume.“
Dann wurde es im Bauauschuss persönlich
Dann wurde es persönlich. „Sie sind immer auf Negativ-Schlagzeilen aus. Es nervt“, so Rolf Rieblinger von der CSM in Richtung Schafitel, der vor der Wahl als „Wut-Bürger“ auffiel und sich seit seiner Wahl nicht großartig verändert hat. „Sie wollten in der CSU was werden. Das wurde nichts und jetzt kommt der ganze Hass raus“, so Rieblinger weiter. Grünen-Stadtrat Cemal Bozoglu schoss weiter. Es sei „befremdlich, dass sich ein Stadtrat über alle Fachleute stellt und glaubt, er weiß alles besser“. Gabriele Thoma (SPD) merkte an, es sei Schafitels Problem, „wenn in der Fuggerstraße jetzt andere Baumarten gepflanzt werden, als er sie aus seiner Jugend kennt“.
Schafitel gab sich ungerührt. „Niemand hätte sich getraut, die Bäume jetzt zu fällen.“ Aber unter dem Dach der Marketingkampagne „Projekt Augsburg City“ zum Innenstadtumbau „meint man, alles machen zu dürfen“.
Unterstützung bekam Schafitel von Thomas Lis (AfD). Er stimme Schafitel inhaltlich nicht zu, aber Demokratie lebe von unterschiedlichen Meinungen. „Und wenn sich Herr Schafitel nicht einbringen würde, wäre es viel langweiliger.“