Fahrgäste aus Göggingen und Stadtbergen, die mit dem Nahverkehr in die City wollen, müssen sich umstellen: Statt der gewohnten Tram fährt wegen des Königsplatz-Umbaus der Ersatzbus. Das klappt gut, doch jetzt, wo die Busse wegen der Ferien nur im 7,5-Minuten-Takt fahren, geht es darin ziemlich eng zu.
An der Haltestelle Kongresshalle hatte eine ältere Frau mit Krücken gestern Morgen keine Chance mehr einzusteigen: Der Bus war zu voll. Auch Eltern mit Kinderwagen tun sich schwer. Und für Senioren gibt es kaum genug Sitzplätze, obwohl zu beobachten ist: Die Augsburger reagieren auf die Umstellung mit großer Höflichkeit und bieten sofort ihren Sitzplatz an. Bei den Stadtwerken verspricht man flexibel zu reagieren, sollten die Ferien-Taktzeiten zu größeren Behinderungen führen. Dies sagt Pressesprecherin Stephanie Lermen: „Die Leitstelle überwacht die Haltestellen, insofern kann bei Bedarf gehandelt werden.“ Generell habe der 7,5-Minuten-Takt bei den Ersatzbussen am gestrigen Montag aber geklappt.
Probleme hat es dagegen am Samstag bei einer Tramfahrt gegeben, die die Fußballfans nach Spielende in die Innenstadt bringen sollte. Sabine Heumos berichtet: „Der Tramfahrer fuhr ohne Halt vom Stadion durch, obwohl Fahrgäste aussteigen wollten und auch das Stoppsignal gedrückt hatten.“ Erst an der fünften Haltestelle blieb die Tram stehen, weil sich die Fahrgäste lautstark beschwerten. Sie mussten dann wieder Richtung Stadion zurück. „Wie kann so etwas passieren?“, ärgert sich Sabine Heumos.
"Bedauerlicher Einzelfall"
Laut Stephanie Lermen ist der Vorfall ein „bedauerlicher Einzelfall“. Die Tramfahrer seien gehalten, überall die Fußballfans raus zu lassen: „Warum dies in diesem Fall nicht geschehen ist, darüber kann man nur spekulieren.“ Ein technischer Defekt habe wohl nicht vorgelegen, da bei der Leitstelle keine Meldung vom Fahrer eingangen sei.
Bei der Fahrt ins Stadion kann es dagegen schon mal passieren, dass eine überfüllte Tram durchfährt, weil in der „Stadionlinie“ kein Platz mehr frei ist. (möh)