Sie war 16, als sie mit ihrer Schwester nach Deutschland kam. Amira M. (Name geändert) floh aus dem Bürgerkriegsland Syrien, ihr Vater war dort bei einem Bombenangriff ums Leben gekommen. Als sie im August 2015 in eine Flüchtlingsunterkunft in Augsburg kam, konnte sie kein Deutsch – und alles war ihr fremd. Heute, knapp acht Jahre danach, spricht sie Deutsch fließend. Demnächst wird sie ihre kaufmännische Ausbildung abschließen und ein Studium dranhängen. Und sie will hier bleiben – als deutsche Staatsbürgerin. Doch wer Deutscher werden will, braucht viel Geduld. Seit 15 Monaten wartet Amira M. schon darauf, dass über ihren Antrag entschieden wird. Für einen jungen Menschen, der Pläne machen will, eine lange Zeit. Die Wartezeit hängt auch damit zusammen, dass immer mehr Ausländer, die hier leben, Deutsche werden wollen. Bei der Stadt Augsburg wurden zuletzt immer mehr Anträge auf Einbürgerung gestellt. Auf Anfrage unserer Redaktion nennt die Verwaltung dazu auch konkrete Zahlen.
Augsburg