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Augsburg: MAN-Kreuzung: Baustelle bis 2016

Augsburg

MAN-Kreuzung: Baustelle bis 2016

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    Bauingenieur Thomas Moritz an seinem Arbeitsplatz zehn Meter und der Erde. Hier wird ein Kanal für Augsburgs Abwasser gebaut. Die Röhre ist 1,2 Meter breit und 1,8 Meter hoch.
    Bauingenieur Thomas Moritz an seinem Arbeitsplatz zehn Meter und der Erde. Hier wird ein Kanal für Augsburgs Abwasser gebaut. Die Röhre ist 1,2 Meter breit und 1,8 Meter hoch. Foto: Anne Wall

    Der Bau des neuen Abwasserkanals unter der Georg-Haindl-Straße und dem Verkehrsknoten MAN-Kreuzung kommt voran. Acht Monate nach Beginn der Bauarbeiten und der Umleitung liegt inzwischen ein Großteil der Betonbauteile für den Kanal in der bis zu zehn Meter tiefen Baugrube, die zigtausende Autofahrer täglich zu Umleitungen nötigt. Allerdings wird es wohl noch bis August 2016 dauern, bis Autofahrer wieder wie gewohnt fahren können. „Wir bemühen uns, so schnell wie möglich zu sein. Aber wir arbeiten unter sehr beengten Verhältnissen, weil ein Teil des Verkehrs oben immer noch fließen muss“, sagt Peter Haller, Leiter des Kanalnetzes bei der Stadtentwässerung.

    Die Haindl-Straße ist seit Jahren eine Dauerbaustelle, weil unter ihr ein Hauptast des städtischen Kanalnetzes verläuft. Knapp die Hälfte des Stadtgebiets – die südlichen Stadtteile und die Innenstadt – wird über diesen Kanal entwässert. „Wenn hier etwas passieren würde, hätten wir ein ernstes Problem“, sagt Haller. Vor vier Jahren war es beinah so weit, als Mitarbeiter während eines Inspektionsgangs plötzlich bemerkten, wie Risse in dem Gewölbe entstanden. Der Kanal musste abgestützt werden und bekam eine Kunststoff-Verkleidung – eine jahrelange Dauerbaustelle war die Folge.

    Doch seitdem fasst der Kanal erstens weniger Wasser, zweitens wird der Kunststoff nicht ewig halten. Splitt und Schmutz wirken wie Schmirgelpapier. „Es war von Anfang an klar, dass wir eine Reserve benötigen“, sagt Haller. Den alten Kanal habe man wegen seiner Wichtigkeit auch bei großen Inspektionen nie trockenlegen können. Wegen des Kö-Umbaus wurde die Baustelle aber geschoben, um die Innenstadt nicht mit Baustellen zu überlasten. In der Sebastianstraße kanalabwärts wurde bereits vor zehn Jahren eine zweite Röhre gebaut. Sie führen beide unter der Wertach hindurch und laufen dann auf das Klärwerk in Oberhausen zu.

    Eine "sehr anspruchsvolle" Baustelle

    Seit Mai wird nun neben dem alten Hauptkanal eine neue, 1,2 Meter breite und 1,8 Meter hohe Röhre gebaut. 7,5 Millionen Euro kosten die rund 250 Meter – 30 000 Euro pro Meter. Am Grund der drei Meter breiten Baugrube muss Präzisionsarbeit geleistet werden. Ungefähr 80 Fertigteile aus Beton – jedes um die neun Tonnen schwer – müssen hinuntergelassen und verbunden werden. Ein Minibagger am Grund des Grabens schaufelt Erdreich beiseite.

    Eine große Herausforderung kommt auf die Bauarbeiter und Ingenieure im Januar zu – dann muss der Malvasierbach, der mitten unter der MAN-Kreuzung verläuft, mit dem Kanal gekreuzt werden. In den vergangenen Monaten wurde Zement unter Hochdruck in den Boden gepresst, um das Bett des Lechkanals zu sichern.

    „Es ist eine sehr anspruchsvolle Baustelle. Jede Schaufel an Aushub muss weggefahren werden“, sagt Haller. Für Autofahrer von oben sieht es hingegen so aus, als ob sich auf der Baustelle gar nichts tut. Der Anblick täuscht. Dass alles jahrelang dauert, liegt laut Haller daran, dass bei laufendem Betrieb gebaut werden muss. Bis zu 2000 Liter pro Sekunde rauschen bei Regen durch den bestehenden Kanal, parallel muss das Abwasser des Papierherstellers UPM, der einer der größten Abwasser-Produzenten und Gebührenzahler im Stadtgebiet sein dürfte, aufgenommen werden. „Wir liegen immerhin voll im Zeitplan“, sagt Haller. Das bedeutet, dass bis Oktober 2015 der Kanalbau erledigt sein soll.

    Nach der Winterpause im Frühjahr 2016 will die Stadt dann damit beginnen, die Straßenoberfläche wieder zu asphaltieren. Das dürfte bis August 2016 dauern.

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