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Augsburger Stadtregierung: Opposition tobt wegen Schließung der Freilichtbühne

Augsburg

„Offensichtlich war die Stadtregierung untätig“: Opposition tobt wegen Schließung der Freilichtbühne

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    In der vergangenen Saison wurde auf der Freilichtbühne das Musical „Evita“ gegeben. Bis auf Weiteres gibt es dort keine Aufführungen mehr.
    In der vergangenen Saison wurde auf der Freilichtbühne das Musical „Evita“ gegeben. Bis auf Weiteres gibt es dort keine Aufführungen mehr. Foto: Jan-Pieter Fuhr, Staatstheater Augsburg

    Die kurzfristige Sperrung der Augsburger Freilichtbühne bereits ab dieser Spielzeit hat im laufenden Wahlkampf eingeschlagen: Aus dem Lager der Opposition kam geballte Kritik am Agieren der Stadtregierung. Die schwarz-grüne Koalition stellte sich wiederum in einer gemeinsamen Presseerklärung hinter das Vorgehen der Stadtspitze.

    „Seit mehreren Jahren wissen wir um den Sanierungsbedarf der Freilichtbühne. Letzten Sommer hat sich dann abgezeichnet, dass dieser größer ausfällt. Offensichtlich war die Stadtregierung untätig, wenn sie jetzt von dem Ergebnis der neuesten Untersuchung überrascht ist“, schimpfte SPD-Stadtrat Dirk Wurm am Mittwoch nach Bekanntwerden. SPD-OB-Kandidat Florian Freund sagte, es gebe womöglich bessere Alternativen als das Gaswerk, wo er von mäßigem Publikumszuspruch ausgehe. Denkbar seien die Fuggerstraße, der Rathausplatz, die Rote-Torwall-Anlagen oder der Fronhof. Im Idealfall schaffe man so eine Innenstadtbelebung und sichere dem Theater Einnahmen. Auch Generation Aux verfolgt – neben dem Unverständnis, wieso es nicht früher eine Prüfung gab – ähnliche Überlegungen. Der Rathausplatz biete sich an, so Spitzenkandidat Raphael Brandmiller. „Ja, das verursacht weitere Kosten. Aber gleichzeitig bringt dies Frequenz und damit eine Belebung der Innenstadt mit sich. Wir können damit aus dem Schlechten was Gutes machen.“ Auch wenn der Rathausplatz bei einer vertieften Prüfung durchfalle, gebe es noch weitere Möglichkeiten wie Wittelsbacher Park oder die Wallanlagen am Roten Tor.

    Theaterintendant André Bücker wies am Mittwoch aber darauf hin, dass das Gaswerk wegen seiner Nähe zur Interimsspielstätte im Ofenhaus mit der Theaterinfrastruktur aus seiner Sicht der einzige Ort sei, an dem man kurzfristig ein Musical auf die Bühne bringen könne. „Für uns ist das die einzige Chance, einen großen Teil der Freilichtbühnensaison zu retten.

    Wann wusste die Stadt was von welchen Risiken?

    Kritik kam auch von den Freien Wählern. „Über viele Jahre wurde notwendiger Bauunterhalt verschoben – mit den bekannten Folgen“, so OB-Kandidat Hannes Aigner. Die Freilichtbühne sei kein Einzelfall. Für die nächste Regierungsperiode fordern die FW eine Übersicht aller Sanierungsmaßnahmen sowie einen klaren Zeit- und Finanzierungsplan. Iris Steiner, OB-Kandidatin von FDP/Pro Augsburg, forderte, die Stadt müsse offenlegen, wann welche Risiken bekannt waren und warum nicht eher gehandelt wurde. Die Verschiebung der Sanierung aufs Jahr 2029 habe wohl dazu gedient, um auf Zeit zu spielen. Dieses „politische Pokerspiel“ sei aber nicht aufgegangen. Steiner forderte eine Sanierung bis Ende 2027, um zum 100. Jubiläum 2028 wieder die Freilichtbühne bespielen zu können.

    Kulturreferent Jürgen Enninger (Grüne) verwahrte sich gegen den Vorwurf, etwas verschleppt zu haben. Die Bauverwaltung habe die Anlage im Blick gehabt, die Schäden seien aber schneller vorangeschritten als gedacht. Der jetzige Schritt sei, ebenso wie die Sperrung des Sprungturms im Haunstetter Bad, nicht populär. Gleichzeitig seien die Untersuchungsergebnisse eindeutig. Enninger wies darauf hin, dass der Sanierungsbedarf an Kulturbauten deutschlandweit massiv nach oben gegangen sei. CSU und Grüne sprangen der Stadtregierung bei. Diese habe zügig und verantwortungsvoll gehandelt. Einen Spielraum habe es nicht gegeben. „Das ist keine politische Abwägung, sondern eine Frage der Verantwortung“, so die Fraktionsvorsitzenden Leo Dietz (CSU) und Peter Rauscher (Grüne) in einer gemeinsamen Stellungnahme.

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