Airbus Helicopters plant seine Aktivitäten am Augsburger Flughafen möglicherweise auszuweiten: Nachdem dort seit einigen Jahren bereits ein ausgelagerter Teil der Wartung aus Donauwörth ansässig ist, denkt das Unternehmen nun darüber nach, einige Hubschrauber in Augsburg zu stationieren. Ein Airbus-Sprecher bestätigte auf Anfrage unserer Redaktion entsprechende Überlegungen, sagt aber auch, dass noch nichts entschieden sei.
Offenbar wäre denkbar, dass Airbus sich im Gebäude und Hangar des Hubschrauberunternehmens Babcock, das sich Ende vergangenen Jahres aus Augsburg zurückzog, niederlässt. Ein Schulungsbetrieb sei am Augsburger Flughafen nicht geplant, dementiert Airbus Helicopters Gerüchte, die seit einigen Wochen rund um den Flughafen in Umlauf sind.
Schulungsflüge machten Anwohner sauer
Hubschrauber-Schulungsflüge hatten in den vergangenen Jahren Anlieger des Flughafens aufgebracht. Mit der Ansiedlung des Unternehmens Heli Aviation vor acht Jahren, das 2016 vom internationalen Branchenriesen Babcock übernommen wurde, stieg die Zahl der Flugbewegungen massiv an, blieb aber im Rahmen der zulässigen (Lärm-)Werte. Anwohner klagten aber, dass speziell die Schulungsflüge mit Platzrunden und Schwebeflugübungen direkt am Flughafen nervtötend seien. In den vergangenen Jahren gingen die Hubschrauber-Flugzahlen in Augsburg wieder deutlich nach unten, weil die internationale Nachfrage nach Schulungen nachließ.
Flughafen Augsburg: Fluglärm-Initiativen warten ab
Die Initiativen gegen Fluglärm um den Augsburger Flughafen wollen sich angesichts der möglichen Airbus-Pläne kommende Woche treffen. Um die Angelegenheit fundiert bewerten zu können, seien aber mehr Informationen wie die etwaige Zahl der zu erwartenden Flugbewegungen nötig, sagt Susanne Busch, Vorsitzende des Vereins „Stoppt Fluglärm“. Ein Schulungsbetrieb mit großen Hubschraubern am relativ kleinen Augsburger Flughafen wäre aus Sicht der Fluglärmgegner höchst problematisch gewesen.
Offen lässt Airbus, zu welchem Zweck Hubschrauber in Augsburg – gerüchtehalber geht es um etwa fünf Maschinen – stationiert werden sollen. Dem Vernehmen nach soll mit den Augsburger Hubschraubern im Bereich des Fliegerhorsts Lagerlechfeld trainiert werden. Bestätigt ist das aber nicht. Anlieger des Augsburger Flughafens bekämen bei diesem Szenario von den Hubschraubern nur etwas mit, wenn die Helikopter zu ihren Flügen aufbrechen oder davon zurückkehren.
Zukunft des ehemaligen Babcock-Gebäudes noch unklar
Dass das Gerücht aufkam, Airbus wolle am Augsburger Flughafen selbst schulen, liegt möglicherweise an einer anderen Entwicklung. Vor zwei Wochen wurde bekannt, dass die Flugschule „Heliseven“ neu am Flughafen ansässig ist. Heliseven, die momentan einen Hubschrauber haben und den Augsburger Standort mit ehemaligen Babcock-Mitarbeitern aus der Taufe hoben, dürfen am Flughafen selbst (Segelfluggelände und Schwebe-Übungsplatz) aber keine Trainingsflüge durchführen. Flughafen-Geschäftsführer Peter Bayer begründete das vor zwei Wochen damit, dass man maximal zwei Hubschrauberschulen mit aktivem Betrieb am Flughafen haben wolle (wir berichteten). Dabei wäre neben der langjährigen anderen Flugschule „Hubschrauberakademie“ momentan eigentlich ein Platz frei. Allerdings, so Bayer, wolle man erst abwarten, wie es mit dem Babcock-Gebäude weitergehe und ob der neue Eigentümer dort wieder Schulungsbetrieb durchführen will. Zur Frage einer Airbus-Stationierung in Augsburg wollte sich Bayer aktuell nicht äußern.
Am Flughafen ist die Zahl der Flüge im vergangenen Jahr leicht nach unten gegangen. Etwa 47.500 sogenannte Flugbewegungen von Motorflugzeugen und Hubschraubern (Start und Landung zählen jeweils getrennt) wurden im Jahr 2018 registriert, 2017 waren es rund 50.200 gewesen. In der Vergangenheit, als das Hubschrauber-Schulungsgeschäft florierte, waren es deutlich mehr Flüge. 2013 wurden um die 59.000 Flugbewegungen registriert.
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