Es ist kein kleines Graffiti. Die Täter haben die komplette Fassade des SPD-Bürgerbüros im Domviertel großflächig beschmiert. Die rote Farbe wurde sogar an den Erdgeschoss-Fenstern des Gebäudes in der Jesuitengasse angebracht. Er habe sich selten so geärgert, sagt Dirk Wurm. Bei Augsburgs SPD-Chef hatte sich am Samstagvormittag die Polizei gemeldet.
Wurm wurde von der Beschädigung am Bürgerbüro informiert. "Offenbar hatte eine Polizeistreife in der Nacht auf Samstag zwischen drei und vier Uhr die Schmierereien entdeckt." Er glaubt, dass die SPD von einem oder mehreren Unbekannten gezielt ins Visier genommen wurde. "Hier ging es nicht nur darum, eine Fassade zu verschandeln. Mit roter Farbe so das Bürgerbüro der SPD zu beschmieren, das ist ein bewusster Anschlag." Für Wurm ein "feiger Akt der Zerstörung".
Anschlag auf Augsburgs SPD-Büro: Staatsschutz ermittelt
Bei der SPD hoffe man, dass die Täter gefasst werden. "Nach dem Plärrer waren noch viele Menschen unterwegs. Vielleicht hat jemand etwas beobachtet." Auf Zeugenhinweise ist jetzt die Polizei angewiesen. Wie diese auf Nachfrage bestätigt, übernimmt der Staatsschutz die Ermittlungen. Die SPD hat bereits über die sozialen Netzwerke wie Facebook und Instagram um Hinweise gebeten. Man solle sich an die Polizeiinspektion-Mitte unter 0821/323-2110 wenden, heißt es.
Wie hoch der Schaden ist, kann laut Wurm noch nicht beziffert werden. Er gibt sich kämpferisch. Man werde gemeinsam mit dem Vermieter schnellstmöglich das Geschmier beseitigen und das Bürgerbüro noch schöner machen. Seit rund vier Jahren sind die Sozialdemokraten in dem Eckhaus an der Jesuitengasse/Frauentorstraße zu finden. "Das Bürgerbüro ist als zentrale Anlaufstelle ein voller Erfolg", meint Wurm. Die SPD müsse sichtbar und nahbar sein, leider könne das zu so etwas führen. "Aber wir als SPD lassen uns nicht unterkriegen." In der Vergangenheit sind in Augsburg immer wieder Büros von Parteien oder Politikern in den Fokus von Vandalen gerückt.
Immer wieder solch Vandalismus-Vorfälle in Augsburg
So hatten Unbekannte 2020 das Wahlkreisbüro des grünen Landtagsabgeordneten Cemal Bozoğlu in Augsburg mit Steinen beworfen. Die Scheibe des Büros wurde beschädigt. Die CSU musste sich vor sechs Jahren mit Schmierereien herumschlagen. An einer Mauer neben dem Bürogebäude in der Heilig-Kreuz-Straße, in dem auch das Büro des Europaabgeordneten Markus Ferber untergebracht ist, stand zu lesen: "Obergrenze & Abschiebung ist ihr Geschäft, küsst die Faschisten, wo ihr sie trefft!"