Die Alt-Augsburg-Gesellschaft hat am Wochenende ihren Vorstoß bekräftigt, die Maximilianstraße mit Bäumen zu begrünen (wir berichteten). Zwingend nötig wäre dafür aber, die Straßenbahngleise in der Straßenmitte zu entfernen. Auf Anfrage erklärten die Stadtwerke, dass man auch künftig eine zweite Zufahrt fürs Straßenbahndepot in der Baumgartnerstraße dringend brauche - sollte die Maximilianstraße irgendwann wegfallen, brauche es eine Alternative.
Hintergrund: Über die Gleise in der Maximilianstraße fahren pro Tag um die 30 leere Straßenbahnen, die vom Depot in den Fahrgastbetrieb starten oder aus dem Linienverkehr in den Betriebshof zurückkehren. Das Depot nahe des Roten Tors ist regulär über den Gleisstrang der Linie 6 an der Rote-Torwall-Straße angebunden, doch zum Betriebsbeginn und -ende oder wenn untertags Taktänderungen anstehen, würden es dort mit ein- und ausrückenden Straßenbahnen eng werden. Einen Teil der Züge lassen die Stadtwerke darum über die Maximilianstraße fahren, um den Hauptstrang an der Konrad-Adenauer-Allee zu entlasten. "Das hat auch den Vorteil, dass man die Bahnen morgens am Königsplatz gleich in der richtigen Fahrtrichtung stehen hat und man keine Extratouren über Wendeschleifen fahren muss", so Stadtwerke-Sprecher Jürgen Fergg. Auch bei blockierten Strecken sei die Maximilianstraße als Ausweichroute viel wert.
Maximilianstraße: Archäologen gehen von jahrelangen Grabungen aus
Wie berichtet schlägt die Alt-Augsburg-Gesellschaft als Ersatz für die Maximilianstraßen-Gleise einen Ringschluss im Straßenbahnnetz über Forsterstraße und Jakoberwallstraße (an der City-Galerie vorbei) zum Jakobertor vor. In der aktuellen Nahverkehrsplanung taucht diese Strecke (noch) nicht auf. Eine Bewertung dieser Idee gibt es von den Stadtwerken nicht, zumal noch keine politische Debatte über eine Maximilianstraßen-Begrünung in Gang gekommen ist. Dazu sind noch diverse Fragen offen, etwa auch zu archäologischen Überresten unter der Straße. Die Archäologen hatten in der Vergangenheit im Hinblick auf die Maxstraßen-Sanierung jahrelange Grabungen in Aussicht gestellt, weil viele Funde aus allen Epochen der Augsburger Geschichte zu erwarten seien.
In der Vergangenheit gingen die Überlegungen aber eher in eine andere Richtung, nämlich einen regelmäßigen Straßenbahn-Linienverkehr statt nur Betriebsverkehr in der Maximilianstraße anzubieten. Dazu gibt es auch mehrere Stadtratsbeschlüsse: Sollte der Umbau des Pflasters in der Straßenmitte tatsächlich einmal kommen, müsste laut derzeitiger Beschlusslage der Einbau von linienverkehrstauglichen Gleisen mit Dämpfungssystem ins Auge gefasst werden. Allerdings verkündeten die Stadtwerke 2014, dass man im bestehenden Liniennetz derzeit keine sinnvolle Verknüpfung hinbekomme, um einen Linienbetrieb in der Maximilianstraße stattfinden zu lassen. Man wolle diese Frage aber nicht aus den Augen verlieren. Das Thema sorgte damals für politische Kontroversen und Verwerfungen zwischen Stadt und Stadtwerken. Verkehrlich gesehen wäre eine Straßenbahn in der Maximilianstraße nicht nötig, der Wunsch nach einer "Max-Tram" kam eher im Zuge der Debatten über die Zukunft der Maximilianstraße in den 2000er-Jahren auf. Die inzwischen erfolgte Teilsanierung mit den Gehwegen hat einen Teil der damaligen Probleme mit der "Partymeile" gelöst.