Narges Rezai ist seit fast zehn Jahren in Deutschland. So lange lebt die 19-Jährige mit ihren Eltern und vier Geschwistern in einer Unterkunft in der Augsburger Windprechtstraße. Die afghanische Familie dürfte schon lange ausziehen, doch findet sie hier keine Wohnung, in der sieben Personen Platz finden und die für sie bezahlbar ist. Das zerrt an den Nerven der Familie, die sich Privatsphäre und Rückzugsmöglichkeiten wünscht. Das behindere auch ihre Entwicklungs- und Integrationsmöglichkeiten, kritisieren Flüchtlingsexperten. Familie Rezai ist kein Einzelfall. Viele Menschen, die in den Augsburger Gemeinschaftsunterkünften und Übergangswohnheimen wohnen, müssten es nicht. Das setzt Stadt und Regierung von Schwaben unter Druck – zumal die Zahl der Flüchtlinge aktuell wieder hoch ist.
Augsburg