Fast genau ein Jahr nach der Weihnachtskomödie „Halleluja beinand“ feierten die Augsburger „Bühnenfreunde“ im Haus Augustinus an der Georgenstraße ihre gelungene Premiere des neuen Stückes das Wunderwasser. Eine witzige Geschichte, die immer wieder zum Lachen animiert. Vielleicht, weil es ein bisschen das echte Leben porträtiert.
Weinbauer Paul Kiebele und Sophie Hufnagel sind Nachbarn die sich gegenseitig das Leben schwer machen. Paul würde sich gerne Sophies Grundstück unter den Nagel reißen, doch ohne Erfolg. Als schließlich der windige und ausgefuchste Philip Schonke, der sich als Heilpraktiker bezeichnet, das eher ranzige Brunnenwasser von Bäuerin Hufnagel zum Heilwasser erklärt, brechen alle Dämme. „Im schwäbischen Raum sind wir die Ersten die diese Komödie auf der Bühne spielen“, sagt Vorstandsvorsitzender Markus Dirr stolz.
Die fünf Laienschauspieler leisten hervorragende Arbeit
Er sorgt auf der Bühne in der Gestalt des Weinbauer Paul Kiebele für etliche Lacher bei den knapp über 100 Besuchern. Es ist schon respektabel, was diese fünf Laienschauspieler auf der Bühne leisten. Neben Dirr sorgen Sabine Saule (Sophie Hufnagel) Oliver Klein (Frieder), Karoline Schmeißner (Lokalreporterin Rita von Rittmaier) und Peter Röß als Philip Schonke für beste Laune.
Röß, der erst seit einem Jahr bei den Bühnenfreunden tätig ist, agiert zugleich als Spielleiter. „Den hat uns der Himmel geschickt“, freut sich Dirr. Er schwärmt von ihm: „Peter ist ein Genie. Er spielt die Hauptrolle und er hat das Bühnenbild entworfen.“ Dennoch ist nicht alles Gold, was glänzt. Eigentlich war das Ziel der Bühnenfreunde, die bereits seit 75 Jahren auf den Brettern stehen, zwei Aufführungen im Jahr zu spielen.
Doch das ist laut Dirr momentan nicht zu schaffen: „Wir brauchen dringend mehr Nachwuchs. Ich bin schon stolz auf unser Team, aber wir haben einfach nur eine kleine Rumpfmannschaft. Zeit hätten viele, aber die wollen sich alle nicht binden.“ Dirr spricht von acht Schauspielern und einem oder zwei Techniker, die zu seinem Ensemble gehören. „Zum Theaterspielen gehört viel Enthusiasmus“, sagt er.
Der Vorstandsvorsitzende ist mit viel Herzblut dabei
Aber Dirr ist als Schauspieler und als Vorstandsvorsitzender mit viel Herzblut dabei. Warum das so ist, kann er einfach beantworten: „Es ist die Verbundenheit, die unsere Mannschaft so zusammen hält. Und wenn jemand ungewollt Mist baut, helfen alle mit, das zu korrigieren.“ Bei der Premiere vom Wunderwasser klappt alles. Die Spielfreude merkt man den Akteuren deutlich an. Wenn der windige Philip am Ende zur Schnapsflasche greift und sagt: „Spül sie hinab die Schlechtigkeit des Planeten“, würde man gerne mit ihm anstoßen.
Nach rund zwei Stunden Spielzeit ist die Aufführung zu Ende. Das Quintett auf der Bühne holt sich als Belohnung donnernden Applaus ab. Markus Dirr kann wieder mal stolz sein auf sein Team.
Info. Zwei weitere Aufführungen sind am Samstag, 15. November, um 18.30 Uhr und am Sonntag, 16. November, um 16.30 Uhr. Erwachsene zahlen 16 Euro Eintritt und Kinder sieben Euro.
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