Es ist eine Vision, doch bald könnte sie Wirklichkeit werden. Passanten flanieren auf breiten Gehwegen in der Maxstraße. Dort, wo jetzt noch Autos kreuz und quer parken, sitzen Cafébesucher in der Sonne. Moderne Straßenbahnen gleiten durch die Straße. Und am Ulrichsplatz preisen Händler auf einem Wochenmarkt ihre frischen Waren an.
So stellen sich die Planer die Zukunft der Maximilianstraße als schicke Flaniermeile vor. Geht es nach Baureferent Gerd Merkle (CSU), dann sollen die Arbeiten schon im Jahr 2012 abgeschlossen. Ein enger Zeitplan, räumt er ein. Doch man könne ihn einhalten. "Sofern sich nicht unerwartet noch größere Finanzlöcher auftun." In dieser Woche stellte Merkle bei mehreren Terminen die Pläne der Öffentlichkeit vor. Die Resonanz: Es gibt viel Zuspruch, aber auch Kritik.
Die Einzelhändler fürchten, dass der Autoverkehr noch stärker aus der City gedrängt wird. In der umgebauten Maxstraße sollen rund 70 Parkplätze wegfallen. "Man kann eine Stadt auch zu Tode beruhigen", sagt Wolfgang Puff vom Einzelhandelsverband. "Und darauf läuft es hinaus." Ganz anders sieht es die Bürgerinitiative um Volker Schafitel, die für den Maxstraßen-Umbau kämpft. "Die Pläne sind gut", sagt er. "Es ist das, was wir wollen."
So sehen die Pläne aus:
Straßenbild Die Gehwege werden viel breiter als bisher, teilweise sind bis zu zwölf Meter geplant. Eine Bordsteinkante wird es noch geben, aber nur drei Zentimeter hoch. Die Straße, die derzeit in der Mitte bis zu 80 Zentimeter höher ist als am Rand, soll eben werden.
Plätze Am Herkulesbrunnen und vor der Ulrichskirche soll die Straße so gestaltet und gepflastert werden, dass an diesen Stellen wieder stärker der Charakter eines Platzes entsteht. Angedacht ist, dass am Ulrichsplatz auch Märkte und andere Veranstaltungen stattfinden können.
Belag Wer sich eine Vorstellung von der künftigen Maxstraße machen will, muss nur den bereits sanierten Abschnitt zwischen Rathaus und Moritzplatz anschauen. Die Gehwege sollen mit geschnittenen Steinplatten gepflastert werden. "Das ist angenehm für Fußgänger", sagt Merkle. Auf der Fahrbahn bleiben, auch wegen des Denkmalschutzes, grobe Pflastersteine.
Straßenbahn Geplant ist, dass wieder eine reguläre Tramlinie durch die Maxstraße führt. Derzeit werden die Gleise nur bei Betriebsbeginn und Betriebsschluss genutzt. Zwei Haltestellen sind vorgesehen, am Ulrichsplatz und nahe des Moritzplatzes. Die Planer spielen auch mit einem kühnen Gedanken: Künftig könnten die Trams hier ohne Oberleitungen verkehren, was das Straßenbild aufwerten würde. Die Technik dazu wird derzeit entwickelt und erprobt, sie steckt aber noch in den Kinderschuhen.
Autoverkehr Die neue Maxstraße soll verkehrsberuhigte Zone sein. Das heißt, Autos dürfen weiter fahren, müssen aber besondere Rücksicht auf alle anderen Verkehrsteilnehmer nehmen. Die Hallstraße mit dem Holbein-Gymnasium soll nicht gesperrt werden. Gerd Merkle geht davon aus, dass der Verkehr durch den geplanten Umbau des Königsplatzes ohnehin stark abnimmt. Der Milchberg am südlichen Ende der Maxstraße soll in beide Richtungen befahrbar bleiben. Die Heilig-Grab-Gasse (beim Standesamt), bisher eine Einbahnstraße, soll ebenfalls wieder in beide Richtungen geöffnet werden.
Parkplätze Parkplätze soll es nur noch auf der Seite des Hotels "Drei Mohren" geben. Dadurch fallen in der Maxstraße rund 70 Stellplätze weg. Ausgleich sei aber in Sicht, meint Merkle. An drei Stellen nahe der Maxstraße sei der Bau von kleineren Parkgaragen im Gespräch.
Zeitplan Noch bis zum 27. November können Eingaben zum geplanten Bebauungsplan abgegeben werden. Nächstes Jahr soll der Stadtrat die endgültige Version beschließen. Baubeginn soll 2011 sein, der Abschluss 2012. Jörg Heinzle