Kurz vor dem Start ist die Stimmung aufgeheizt. Mehrere Tausend Menschen stehen in der schmalen Straße hinter der Startlinie bereit, dehnen sich, hüpfen oder laufen auf der Stelle, winken noch jemandem zu. Die Musik aus den Lautsprechern mischt sich mit den rhythmischen Schlägen der Trommelgruppe, die sich unterhalb der Überführung am Augsburger Messegelände positioniert hat. Kurz bevor die Digitalanzeige 18.30 Uhr anzeigt, zählt der Kommentator von drei herunter, und die Läuferinnen und Läufer setzen sich in Bewegung. Es ist wieder Firmenlauf in Augsburg – und er birgt wie immer Überraschungen.
Fünf Minuten vergehen, dann zehn. Während noch nicht einmal alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der ersten Welle über die Startlinie gelaufen sind, werden hinter der Ziellinie bereits die Siegerbiere bereitgestellt und das Band gespannt. Letzteres reckt Maximilian Berger strahlend über seinen Kopf, als er nach 15 Minuten und 39 Sekunden als erster Läufer im Ziel ankommt. Der Student gewinnt den Firmenlauf zum dritten Mal in Folge.
Maximilian Berger gewinnt den Augsburger Firmenlauf zum dritten Mal
Seine Bestzeit vom vergangenen Jahr hat er heuer zwar nicht getoppt, er sei aber absichtlich etwas langsamer gelaufen, verrät Berger schwitzend, während er die ersten Schlucke seines alkoholfreien Siegerbieres nimmt. „Ich hatte erst vorgestern einen Wettkampf, einen 3000-Meter-Lauf“, erklärt der Leichtathlet. Deshalb habe er heute bewusst etwas langsamer gemacht. „Sich das erlauben zu können, ist natürlich eine Ehre.“
Während Maximilian Berger mit deutlichem Vorsprung zum zweitplatzierten Lucas Weber im Ziel eintraf, ging es bei den Frauen knapper zu. Nur eine Sekunde schneller als ihre Hinterfrau Katharina Engelhardt war Siegerin Magdalena Mayer, die die Ziellinie nach 18 Minuten und 58 Sekunden überquerte. Auch Mayer gewinnt den Firmenlauf bereits zum zweiten Mal in Folge. „Ich wollte den Titel unbedingt verteidigen“, sagt sie. Das zu erreichen, war für die junge Frau jedoch ein harter Kampf.
Erst sechs Wochen zuvor hatte sie sich bei einem Radunfall die Schulter gebrochen, erzählt sie. Sie habe nur wenig Zeit zur Vorbereitung gehabt. Als sie am Dienstagabend als erste Läuferin ins Ziel kommt, verlassen sie deshalb kurzzeitig die Kräfte: „Wenn man sich vollkommen verausgabt, bekommt man nichts mehr mit“, berichtet sie ein paar Minuten später – sichtlich erleichtert, aber immer noch zittrig.
Organisatorin Katja Mayer sorgte sich vorab vor allem ums Wetter
Erleichtert und stolz ist auch ihre Mutter Katja Mayer, die selbst ehemalige Profi-Triathletin ist und den Firmenlauf mit ihrer Sport-Agentur bereits zum 15. Mal organisiert. „Ich bin heiser, weil ich so viel geschrien habe“, sagt sie und lacht. Rund 14.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich für den M-net Firmenlauf 2026 angemeldet. „Die Stimmung ist Wahnsinn“, meint Mayer zufrieden, als sie auf einen Läufer deutet, der die 5,3 Kilometer offenbar jonglierend zurückgelegt hat.
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Um 19.30 Uhr ist das Fazit der Organisatorin durchweg positiv. Sorgen machte sie sich vorab vor allem um das Wetter. „Ich glaube, es gehört dazu, dass man stündlich die Wetter-Apps kontrolliert“, kommentiert Mayer und schmunzelt. Eigentlich war für den Dienstagabend Regen vorhergesagt. Doch auch als die letzten Läuferinnen und Läufer über die Ziellinie rennen, ist noch kein Tropfen vom Himmel gefallen. „Wenn man sich ein Wetter wünschen kann, dann haben wir es gekriegt“, sagt Mayer.
Während die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Abend mit Live-Musik und Dehnübungen ausklingen lassen, ist die Arbeit für die Organisatorin noch nicht getan. Bis 1 Uhr nachts werde abgebaut, morgen gehe es mit der Nachbereitung weiter. „Das ist wie, wenn man aus dem Urlaub zurückkommt, und dann erst einmal die ganze dreckige Wäsche waschen muss.“
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