Es sind keine guten Nachrichten aus der Augsburger Wirtschaft: Im Verfahren der ADV-Augsburger Druck- und Verlagshaus GmbH haben die Beteiligten trotz intensiver Bemühungen keine Investorenlösung erreicht. Damit ist das Aus des Unternehmens besiegelt. 100 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz. Für sie wird ein Sozialplan erstellt, heißt es. Das Unternehmen ist mehr als 175 Jahre alt.
Insolvenzverwalter Georg Jakob Stemshorn von der Pluta Rechtsanwalts GmbH informierte die Gläubiger über den aktuellen Stand. Die Produktion wird noch bis Ende August 2026 fortgesetzt, bestehende Kundenaufträge werden bis dahin vollständig abgearbeitet.
Geschäftsbetrieb am Standort Gersthofen geht weiter
Wichtig: Die Franz Schoder Druck GmbH & Co. KG am Standort Gersthofen ist von der Schließung nicht betroffen. Dort wird der Geschäftsbetrieb unverändert fortgeführt. Die beiden Unternehmen treten unter der Dachmarke „ADV Sshoder – Druck verbindet“ gemeinsam nach außen am Markt auf. Die beiden Unternehmen sind rechtlich unabhängig. Die ADV Mediendienste GmbH ist eine Tochtergesellschaft der ADV- Augsburger Druck- und Verlagshaus GmbH und tritt als Dienstleister für die beiden Druckstandorte auf. Auch diese Gesellschaft befindet sich nicht in der vorläufigen Insolvenzverwaltung.
Die ADV-Augsburger Druck- und Verlagshaus GmbH ist ein traditionsreiches Druckunternehmen und spezialisiert auf Kataloge, Magazine, Mailings und Werbesendungen. Das Amtsgericht Augsburg hatte Ende März 2026 die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet und Rechtsanwalt Georg Jakob Stemshorn zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Seitdem führte er den Geschäftsbetrieb uneingeschränkt fort. Ende Mai eröffnete das Amtsgericht das Verfahren und bestellte Stemshorn zum Insolvenzverwalter. „Wir haben in den vergangenen Wochen intensive Gespräche mit potenziellen Investoren geführt und verschiedene Fortführungsszenarien geprüft. Das wirtschaftliche Umfeld ist derzeit jedoch schwierig, viele Investoren agieren sehr zurückhaltend. Leider konnten wir trotz aller Bemühungen keine Lösung erzielen, was wir sehr bedauern“, so Stemshorn.
Geschäftsführer dankt der Belegschaft
Geschäftsführer Alexander Hetzger sagt: „Die vergangenen Jahre waren für die gesamte Branche sehr herausfordernd. Der Markt für Druckerzeugnisse verzeichnet seit längerem kontinuierliche Rückgänge. Die Nachricht ist für uns alle sehr bedauerlich. Mein persönlicher Dank gilt insbesondere unserer Belegschaft, die das Unternehmen über viele Jahre mit großem Engagement begleitet hat. Gemeinsam werden wir nun die verbleibenden Aufträge zuverlässig abwickeln.“
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