Die Spindeltreppe ist steil und schmal. Als das Glöckchen an der Ladentür bimmelt, hört man von oben Schritte. Kurz darauf erscheint Dagmar Rippl, bleibt kurz auf der letzten Stufe stehen, schaut den Besucher aufmerksam an – und lächelt. Wer den kleinen Laden „Perletti“ in der Barfüßerstraße 8 betritt, wird nicht einfach nur begrüßt. Man wird gemustert, freundlich und interessiert. Denn oft sind es vage Wünsche, mit denen Kundinnen und Kunden in das Geschäft für handgefertigten Glasperlenschmuck kommen – ein Foto aus Pinterest, eine Idee aus dem Internet. Passend dazu wollen Bastlerinnen und Bastler nun ihre Perlen finden oder gleich eine fertige Kette mitnehmen. Dagmar Rippl nimmt sich Zeit. Sie fragt nach, hört zu, schlägt vor. Gemeinsam wird überlegt, welche Farben, Materialien und Formen passen könnten. Dann beginnt die eigentliche Arbeit: das Fädeln, Knüpfen, manchmal das Flechten. „Ich brauche im Schnitt drei bis vier Stunden für eine Perlenkette“, sagt sie. Jedes Schmuckstück, das sie anfertigt – ob Kette, Ring, Armband oder Ohrring – ist ein Unikat. Kunden können aber auch nur Perlen erwerben und daraus selbst ein Schmuckstück kreieren.
Augsburg
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