„Das ist Glaube zum Anfassen“, sagt Dommesner Helmut Kellerer und blickt auf die Figur des verstorbenen Jesus, die hinter ihm im Heiligen Grab liegt. Doch bis es hier in der Marienkapelle des Augsburger Doms etwas zum „Anfassen“ gibt, müssen er und seine Kollegen erst einmal über viele Stunden kräftig anpacken. Drei Tage lang sind die Dommesner mit fünf Mann jedes Jahr beschäftigt, damit das Heilige Grab in all seiner Pracht pünktlich zur Karfreitagsliturgie fertig ist. Erst am Gründonnerstag bekommt es mit 150 Blumentöpfen und Palmen den letzten Feinschliff. In den vergangenen Jahren, sagt Kellerer, haben viele Pfarreien in der Diözese wieder damit begonnen, die Heiligen Gräber aufzubauen, die zuvor lange als unmodern galten. Viele wurden auch zerstört. Doch das Heilige Grab im Augsburger Dom, das sei nie verschwunden. „Das hat es immer gegeben.“
Augsburg
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