Mit unserer Reihe „Augsburger Anekdoten“ erzählen wir kleine Geschichten mitten aus dem Leben unserer großen Stadt.
Ein Kaugummiautomat für Pfennigfuchser. Sie wirken oft wie ein Zeugnis vergangener Zeit: Kaugummiautomaten am Straßenrand. War es für Kinder der 90er noch üblich, Münzgeld in ein solches Gerät zu werfen, an einer Kurbel zu drehen und dann ein Kaugummi oder eine Süßigkeit in Empfang zu nehmen, erscheint dieses Ritual heute etwas veraltet. Zum Teil erleben Kaugummiautomaten eine Art nostalgisches Revival und werden wieder neu aufgestellt, heißt es, wenn man im Internet danach sucht. Der kleine Automat in der Nähe des Josefinums allerdings scheint nicht neu aufgestellt zu sein, sondern die Jahrzehnte überdauert zu haben. Er bietet Kaugummis, klar, aber auch kleineren Schmuck, etwa „Armketten in schönen Farben und Formen“, wie es auf einem Klebeschild heißt. Der Preis: „2 x 10 Pfg“. Wer also zu Hause noch eine Sammlung alter DM- und Pfennig-Münzen lagert, hat hier also die Möglichkeit, sie loszuwerden. Oder auch nicht: Wer den Automaten mit Cent-Stücken beliefert, kommt auch zum Erfolg.
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Alle Vögel sind schon da. Jahr für Jahr werden sie von vielen Menschen erwartet: die Zugvögel. Denn dann will der Frühling nun einmarschiern, wie es in dem Frühlings- und Kinderlied von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben heißt. So richtig frühlingshaft und sommerlich wird es erst, wenn die Mauersegler durch die Lüfte tanzen und die ganze Vogelschar zum Singen, Musiziern, Pfeifen, Zwitschern und Tiriliern beginnt. Wem das noch zu kurz kommt, kann in die Perzheimstraße kommen. Dort ziert seit nicht allzu langer Zeit in der Nähe der Luitpoldbrücke ein Graffiti mit zauberhaften Vögeln die Hausfassade. Die sind nun da, Sommer wie Winter und wie sie alle lustig sind, flink und froh sich regen!
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Ein neues Leben für Schaufensterpuppen. Am Montag bietet sich vor dem Eckerle am Rathausplatz – das ja bekanntlich einen neuen Eigentümer bekommen hat – ein echter Blickfang: Ein ganzer Berg ausgemisteter Schaufensterpuppen türmt sich dort auf. Beim genaueren Hinsehen fällt auf: Einige Puppen kuscheln miteinander, eine wirkt, als wolle sie gleich zum Armdrücken ansetzen. Anderen fehlen dagegen Arme und Beine. Im Laufe des Tages scheint neues Leben in die Truppe zu kommen: Passanten schnappen sich hier einen Arm, da ein Bein oder gleich eine ganze Puppe und tragen ihre Beute durch die Stadt. So bekommen die ausgemisteten Schaufensterpuppen vermutlich schon bald ein neues Zuhause – sehr wahrscheinlich in der ein oder anderen Studierendenwohnung.
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