Seit über drei Jahren ist das Jägerhaus im Augsburger Stadtteil Siebenbrunn geschlossen. Schuld war ein Konstrukt, das zu einem Dauerclinch zwischen Eigentümer und Pächter geführt hatte. Ende 2025 wurde das Konstrukt nun aufgehoben und der Eigentümer macht Hoffnung, dass man in Siebenbrunn bald wieder einkehren kann.
Das Gebäude in Siebenbrunn gehört dem Haunstetter Dieter Prokscha. Der hatte das Gasthaus an den Unternehmer Ulrich Kubak, Chef der Klassik-Radio AG, verpachtet, der in unmittelbarer Nähe des Jägerhauses wohnt. Kubak war für die Unterverpachtung an einen Gastronomen zuständig. Das hatte rund sieben Jahre auch gut funktioniert, bis die damalige Unterpächterin ausstieg. Danach war es Kubak offenbar nicht mehr gelungen, einen Nachfolger für das Jägerhaus zu finden. Es stand leer, Kubak bezahlte weiter Pacht.
Im Stadtteil machten Spekulationen die Runde. Die einen vermuteten, Kubak wolle am Abend seine Ruhe haben und ließe deshalb die Gaststätte leer stehen. Andere glaubten, Prokscha löse den Pachtvertrag nicht, weil die Einnahmen von Kubak sicherer seien als die eines Gastronomen.
Kein Gastronom wollte das Jägerhaus übernehmen
Woran es wirklich lag, dass das Haus drei Jahre lang nicht mehr betrieben wurde, lässt sich nicht abschließend klären. Dieter Prokscha hatte nach eigenen Angaben regelmäßig Interessenten zu Kubak beziehungsweise zu dessen Lechtal-Betriebs GmbH geschickt, die sich um die Verwaltung des Anwesens kümmern sollte. Doch keiner der Interessenten wollte das Haus übernehmen. Prokscha vermutete, das läge an den strengen Rahmenbedingungen, die der Unternehmer den Gastronomen abverlangte. So sollte der Biergartenbetrieb nur bis 20 Uhr möglich sein, um die Nachbarn nicht zu stören. Viele Interessenten hätten deshalb abgewinkt, so Prokscha.
Kubak und seine Geschäftsführerin Andrea Seifried-Haller hatten dagegen stets betont, man habe mit mehr als 50 Interessenten gesprochen. Die meisten seien ohne Konzept oder finanzielle Mittel gekommen. Auch das Konstrukt der Unterverpachtung und die begrenzte Pachtdauer seien für die Verhandlungen nicht dienlich gewesen, ergänzt Kubak.
Das Jägerhaus soll wieder ein schönes Ausflugslokal werden
Doch jetzt ist das offenbar Schnee von gestern. Im Dezember wurde der Pachtvertrag zwischen Prokscha und Kubak aufgelöst, wie beide Seiten bestätigen. Der Eigentümer kümmert sich wieder selbst darum, einen Gastronomen zu finden. Und das wohl erfolgreich. „Ich kann nur so viel sagen: Es gibt einen neuen Pächter für das Jägerhaus. Die Gaststätte wird voraussichtlich im April wieder öffnen.“ Das Jägerhaus werde wieder ein schönes Ausflugslokal mit einer gutbürgerlichen Küche „und einem vernünftigen Preisrahmen“. Man werde das Gebäude in den kommenden Wochen in einen ordentlichen Zustand bringen. Zu den Öffnungszeiten sagt Prokscha, man werde künftig im Sommer so lange aufhaben, wie andere Biergärten in der Stadt auch.
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