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Kommentar: Klimacamp: Lieber ein Aufbruch aus eigener Kraft, als ein Verharren

Kommentar

Klimacamp: Lieber ein Aufbruch aus eigener Kraft, als ein Verharren

Miriam Zissler
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    Seit über 900 Tagen gibt es das Augsburger Klimacamp.
    Seit über 900 Tagen gibt es das Augsburger Klimacamp. Foto: Peter Fastl (Archivbild)

    Über Weihnachten ist auch im Klimacamp die "stade Zeit" eingekehrt. Im Tagebuch auf der Homepage wird am 22. Dezember noch der Windstoß erwähnt, der einiges an Schaden hinterließ. Aktionen, Treffen und Protest sind in Planung und – wie im anstehenden Januar der Fall – nicht nur auf Augsburg konzentriert. Augsburger Klimaaktivsten wollen sich auf den Weg nach Lützerath in Nordrhein-Westfalen machen, um gegen den Abriss des Dorfes und die Ausdehnung des Braunkohleabbaus zu demonstrieren. Wie lange der Prostest dauern wird, ist nicht absehbar. Was in der Zwischenzeit aus dem Klimacamp wird, offenbar auch nicht.

    Der eindringliche Aufruf nach neuen Mitstreitern auf Instagram und das Anberaumen von zwei Plenen binnen kürzester Zeit zeigen deutlich, dass um die Zukunft des Klimacamps gerungen wird. Dass das keine leichte Entscheidung ist, liegt auf der Hand. Seit über 900 Tagen campieren die Aktivsten – mit einem kurzen Gastspiel auf dem Moritzplatz - neben dem Rathaus, in Sichtweite der Augsburger Stadtpolitik. Die Aktivisten wollten stets so lange bleiben, bis die Stadt ihre Klimaziele so ändert, dass sie mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens vereinbar sind. Dann würden sie eine Abschiedsparty feiern und das Camp räumen. 

    Der Stadtrat ist verantwortlich, Augsburg auf einen klimagerechten Pfad zu bringen

    Vielleicht ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, um eine Organisationsform außerhalb des Klimacamps zu diskutieren – ein Aufbruch in eine neue Ära aus eigener Kraft, ohne dass am Ende einfach zu wenig Leute mobilisiert werden können, um das Camp rund um die Uhr mit zwei Personen zu besetzen. Denn wem nützt ein Verharren, wenn vergleichsweise wenig Inhalte transportiert und lokale Aktionen organisiert werden, viel Kraft aber in den Erhalt des Camps gesteckt wird. So kommen die Augsburger Klimaaktivisten ihrem eigentlichen Ziel keinen Schritt näher und wollen sich diesen Schuh auch gar nicht anziehen. Sicherheitshalber haben sie betont, wer dafür verantwortlich ist, Augsburg auf einen klimagerechten Pfad zu bringen: der Stadtrat. 

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