Während die Aufregung über "Klima-Kleber" bundesweit groß ist und manche schon das Wort "Klima-Terroristen" in den Mund nehmen, mutet der Protest für eine Verkehrswende in Augsburg fast brav an. Die Demonstranten, die derzeit immer wieder für 15 Minuten Straßen in der Stadt blockieren, halten sich an die Regeln und achten sehr genau darauf, die Auflagen, die ihnen von der Stadt gemacht werden, einzuhalten. Diese Form des Protests liefert vielleicht weniger spektakuläre Bilder und verschafften den Demonstranten weniger mediale Aufmerksamkeit. Dennoch ist es der bessere Weg. Wer möglichst viele Menschen von seinen Anliegen überzeugen will, ist gut beraten, eine Form des Protests zu wählen, die nicht so stark polarisiert.
Die Demonstranten, die derzeit in Augsburg mit den Kurz-Blockaden auf sich aufmerksam machen, legen den Finger durchaus in die Wunden. Sie wählen Stellen aus, die tatsächlich problematisch sind – oder an denen eigentlich dringend etwas geschehen sollte.
Der Bereich Pferseer Straße/Rosenaustraße ist für Radfahrer tatsächlich alles andere als optimal. Hier sind viele Radler unterwegs; dazu kommen Autos, Busse und Straßenbahnen, die sich den knappen Platz teilen müssen. Die Karlstraße, wo vorige Woche protestiert wurde, ist ebenfalls ein Problemfall – eine vierspurige Schneise mitten durch die Innenstadt, das kann auf Dauer niemand wollen.