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Augsburg

06.08.2019

Das Architekturmuseum Schwaben schließt Ende des Jahres

In dieser Villa im Thelottviertel ist das Architekturmuseum Schwaben untergebracht. Ende des Jahres wird das Museum vorerst schließen.
Bild: Annette Zoepf

Plus Die Arno-Buchegger-Stiftung und die TU München konnten sich nicht mehr einigen. Die Stiftung betont, dass die Schließung nur vorübergehend ist.

Nun steht es fest: Das Architekturmuseum Schwaben wird zum Ende des Jahres geschlossen. Die Arno Buchegger Stiftung, die das Museum finanziert, und die Technische Universität München (TUM), die seit 25 Jahren mit dem Geld der Buchegger-Stiftung und der Villa, die die Buchegger Stiftung dem Museum überlassen hat, das Architekturmuseum getragen hat, konnten sich nicht mehr auf eine Fortführung einigen.

Auslöser für das Ende war die Kündigung der Zusammenarbeit durch die TU München im Januar 2018. Andernfalls hätte sich der Vertrag automatisch um weitere fünf Jahre verlängert, wie die Arno-Buchegger-Stiftung in einer ausführlichen Presseerklärung mitteilt. Die Buchegger-Stiftung weist darin auch noch einmal darauf hin, dass die TU München in der Zeit nach der Kündigung wenig Interesse daran gezeigt habe, einen neuen gemeinsamen Vertrag auszuarbeiten. „Am 7. Januar 2019 wurden der Stiftung wenige Stichpunkte übermittelt, mit denen die TUM angeboten hat, das Museum lediglich für eine Probezeit von zwei Jahren zu leiten, um dann über eine endgültige Fortführung zu entscheiden.“ Woraufhin der Beirat der Stiftung wenige Tage später einstimmig entschieden habe, dass die Verhandlungen nicht mehr aufgenommen werden, da ein Konzept langfristig angelegt sein müsse.

Der Ruf des Augsburg Architekturmuseums habe gelitten

Weiter heißt es in der Presseerklärung, dass die Stiftung aus einer Vielzahl von Gründen entschieden habe, die Verhandlungen mit der TU München nicht mehr aufzunehmen. „Eine probeweise Übernahme des Museums für zwei Jahre nach einem bereits 25-jährigen Betrieb ist kein zielgerichtetes Handeln. Wenn die TUM sich einen dauerhaften Betrieb des Museums nicht zutraut, liegen Veränderungen nahe“, heißt es laut Buchegger-Stiftung dort.

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Die Stiftung führt aus, dass der Ruf des Museums in den letzten Jahren gelitten habe. „Architekten blieben den Ausstellungseröffnungen seit längerem fern.“ Einmal seien nur zwei Besucher bei einer Vernissage gewesen. Die Stiftung beklagt, dass die Reihe der Publikationen nicht mehr fortgesetzt worden sei, etwa bei der Jubiläumsausstellung zum 100. Geburtstag des Architekten Alexander von Branca.

Die Stiftung sagt, dass nur vorübergehend geschlossen wird

Andres Lepik, der Direktor des Münchner Architekturmuseums der TU München und damit verantwortlich für das Architekturmuseum Schwaben war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Von der Idee des Architekturmuseums Schwaben hat sich die Arno-Buchegger- Stiftung allerdings nicht verabschiedet. „Die Stiftung erklärt, dass das Architekturmuseum nach einer vorübergehenden Schließung, und einer notwendigen Phase des Aufräumens, der Analyse und Organisation mit einem neuen Träger und einem überarbeiteten, tragfähigen Konzept wiedereröffnen wird.“ Das Architekturmuseum soll zuverlässig „als lebendiges Zentrum der Architektur im Thelottviertel fest verankert werden“.

Kuratoren sollen unabhängig und eigenverantwortlich arbeiten

Einen möglichen künftigen neuen Träger nennt die Stiftung nicht. Ihr schwebt vor, dass die Ausstellungsplanung einem Kuratorium übertragen werden solle, das sich aus Architektur- und Museumsfachleuten zusammensetzen solle. Von diesem Gremium sollen Kuratoren für einzelne Ausstellungen bestimmt werden, die unabhängig und eigenverantwortlich arbeiten. Das konkrete – auch wissenschaftliche Konzept für das Architekturmuseum soll der künftige Träger des Museums ausarbeiten.

Bevor es so weit kommt, möchte die Stiftung einen Ergänzungsbau realisieren – ein kleiner Anbau mit geringer Bausumme. Deshalb sei kein Wettbewerb ausgelobt worden, sondern fünf Architekten beauftragt worden, Entwürfe einzureichen: lokale, regionale und auswärtige Büros.

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