Am 12. Januar 1519 verstarb Maximilian I., der notorisch klamme Kaiser mit den guten Beziehungen zum Finanzplatz Augsburg. Als Erzherzog von Österreich, Herzog von Burgund, römisch-deutscher König und durch Selbstproklamation Römischer Kaiser, der Zeit seines Lebens mit enormen Mitteln an seiner Legende gearbeitet hatte, überließ er bis zum Ende nichts dem Zufall: Am 11. Januar verlangte er die Sterbesakramente, übergab das kaiserliche Siegel und verbot, ihn noch mit seinen Titeln anzureden. Ab 19 Uhr wurde laut gebetet, um drei Uhr früh verstarb der Kaiser. Er durfte nicht ausgeweidet oder einbalsamiert werden, stattdessen verfügte er Haareschneiden und das Herausbrechen der Zähne, die zur Buße mit glühenden Kohlen begraben werden mussten.
Feuilleton regional