In der Anglosphäre bezeichnet das Sitzen auf einem Zaun im freundlichen Sinne eine neutrale Person, gemeinhin aber eher einen opportunistischen Wendehals. Sigmund Perner jedoch hatte für das Debütalbum „About Sitting On Fences“ (Kapitän Platte) seines Art-Jazz-Sextetts Kabasse ein ganz anderes Bild im Kopf. Auf dem Zaun zu sitzen, dabei das Leben um einen herum zu beobachten und den Gedanken zu erlauben, in alle erdenklichen Richtungen zu wandern, ist eine Art Gegenhandlung zu der von Push-Nachrichten und vollen Terminkalendern aufoktroyierten Alltagshetzerei. Konzentriert sich der Kopf auf nur wenige Reize, erblüht die Fantasie umso opulenter. Das Hirn ist schon ein wundersames Organ, so wundersam, dass ihm Perner gleich den Opener des Albums gewidmet hat.
Jazz
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren