Und wie das passt. Die in Berlin lebende und aus der Türkei stammende Autorin und Theatermacherin Emine Sevgi Özdamar bekommt den Bertolt-Brecht-Preis im Kleinen Goldenen Saal verliehen, und man hört und spürt und bekommt unwillkürlich mit: Die Bindungen von ihr zu Brecht sind eng, die Verknüpfungen nicht nur aufgesetzt oder hineingedeutet, sondern im Werk zu finden. Und vielleicht sogar noch überzeugender und wichtiger: Bertolt Brecht war für Emine Sevgi Özdamar in dunkelsten Lebensstunden ein Rettungsanker. „Das Große bleibt groß nicht und klein nicht das Kleine. Die Nacht hat zwölf Stunden, dann kommt schon der Tag.“ Brechts „Lied von der Moldau“ gab ihr Halt, als sie in der Türkei die Willkür und Brutalität der Militärdiktatur in den 1970er Jahren nicht mehr ertragen konnte. Wenig später flüchtete sie nach Berlin in die deutsche Sprache, wie ihr Laudator sowie Wegermöglicher sowie Wegbegleiter Matthias Langhoff sagt.
Augsburg
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