Herr Bücker, immer wieder neue Dramen am Staatstheater Augsburg: Erst die unendliche Geschichte der Sanierung des Großen Hauses, dann die lange Zeit auf Interimsbühnen - und jetzt verlieren Sie auch noch die letzte schöne Originalspielstätte. Die Stadt Augsburg schließt die Freilichtbühne am Roten Tor schon jetzt – und nicht, wie geplant, erst ab 2027. Wie wütend waren Sie, als Sie davon erfahren haben?
ANDRE BÜCKER: Ich war schockiert und fassungslos und habe das zuerst gar nicht richtig verstanden. Ich dachte, die Mitteilung bezieht sich auf 2027, weil ich nun wirklich nicht damit gerechnet hatte, dass auch schon 2026 auf der Kippe steht. Das ist natürlich eine ganz andere Nummer: Wir haben jetzt Ende Januar, wir würden eigentlich schon im April mit den Vorbereitungen für die Technik auf der Freilichtbühne beginnen. Wir planen sehr langfristig mit dem Staatstheater. Für uns ist der Sommer quasi übermorgen.
Puccinis „Turandot“ wird das Staatstheater in diesem Sommer nicht wieder spielen können. Aber was ist da überhaupt noch zu retten? Wie weit waren die Planungen schon?
BÜCKER: Natürlich hatten wir schon Künstler engagiert, zum Beispiel Gastsänger für „Turandot“. Ihnen müssen wir absagen. Manche Aufträge waren schon an Firmen vergeben, das müssen wir jetzt stoppen und stornieren. Wir müssen sehen, aus welchen Verträgen wir wieder herauskommen, und was wir vielleicht trotzdem zahlen müssen.
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