Johann Sebastian Bach hätte es sich – allein zu Gottes Ehre – leichter machen können. Er hätte bei seiner Matthäus-Passion, vor 299 Jahren in Leipzig uraufgeführt, für eine weniger anspruchsvolle Besetzung komponieren können, also nicht für zwei Orchester und Doppelchor, die einen Dialogcharakter aufbauen. Zumal er eh reichlich Probleme kannte, gute Sänger in ausreichender Zahl zu erhalten. Er hätte auch einfacher schreiben können, um die Chancen zu erhöhen, dass das Werk auch unter eventuell noch schwierigeren Umständen, als er sie erdulden musste, aufführbar bleibt. Und er hätte sich der tüfteligen Zahlensymbolik enthalten können, die er in die Passion einbaute – etwa wenn er Ereignisse der Leidensgeschichte rein musikalisch mit Zahlen verknüpfte, die auf entsprechende Bibelstellen verweisen.
Passionsmusik
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